Liebe Leserin, lieber Leser,

heute nehme ich Sie mal mit in die Debatten, die sich jedes Jahr kurz vor dem ersten Advent in meiner Familie abspielen. Es geht um den Weihnachtsbaum. Wir schleppten viele Jahre lang Anfang Dezember ein Blautannen-Ungetüm auf den Balkon unserer Dachgeschosswohnung. Dort lag er dann, um frisch zu bleiben, bis kurz vor Heiligabend. Ein paar Tage stand er üppig geschmückt und bestaunt im Wohnzimmer, dann wurde er über das Treppenhaus wieder entsorgt.

Montag, Mittwoch, Freitag

Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.

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Im vergangenen Jahr kaufte ich einen Holzbaum. Eine Art Spirale, die sich auf zwei Meter Höhe ausfahren lässt. Sie nimmt Tannengrün auf und all unseren Plunder, der sich in den Weihnachtskisten angesammelt hat.  Die erwachsenen Kinder schimpften, die Oma erst recht. Ich blieb aber hart. Letztlich überzeugten Effizienz und die schlichte Schönheit des Holzes aus dem Erzgebirge. Und nun kann ich es kaum erwarten, das flache Paket mit dem zusammengefalteten Baum aus dem Keller zu holen.

Ansonsten lege ich an meinen freien Tagen im Advent die Füße hoch. Kochen? Backen? Überlasse ich Oma und den Kindern. Mir graut ohnehin vor den ganzen Versuchungen, die sich hinterher nur schwer wieder abtrainieren lassen. Das Einzige, was mir wirklich hilft, um durch die Weihnachtszeit mit ihren Feiern und Kekstellern zu kommen, ist FDH.

Ja genau, die Diät namens „Friss die Hälfte“. Es ist wohl die einfachste und auch älteste Methode, um das Gewicht zu kontrollieren. Schließlich ist dabei alles erlaubt, nur eben in Maßen. Ernährungsratgeber mit ihren ausgeklügelten Plänen – wann Proteine, wann fasten, welche Kohlenhydrate, welche Nahrungsergänzungsmittel – brauche ich nicht, wenn ich es nicht übertreibe.

Birgitta Stauber-Klein Newsletter Bild
Birgitta Stauber, Textchefin© Montage | FMG/Reto Klar/FFS

Besser essen, mehr bewegen: So schaffen Sie den Anfang

Und nun freue ich mich, weil ich endlich mal von einer Top-Kardiologin Unterstützung bekomme: Bewusst und kontrolliert essen ohne allzu viele Verbote hält Christine Tiefenbacher für die praktikabelste Methode, um das Herz nicht allzu sehr zu belasten. Dazu Bewegung und Stressbewältigung. Treppe statt Fahrstuhl, das ist auch so ein einfacher Tipp der Professorin, die im Vorstand der Deutschen Herzstiftung ist. Meine Kollegin Anne-Kathrin Neuberg-Vural führte mit ihr ein wirklich erfrischendes Expertengespräch. Was ich mitnehme: Einfach mal im Alltag den Hintern hochkriegen ist besser als nichts. Auch wenn Hanteltraining und Laufrunden im Park noch besser sind. Und täglich frisch gekochtes Essen nach dem Vorbild der Mittelmeerküche auch.

Diplom-Psychologin Lisa Zimmermann
Lisa Zimmermann ist Diplom-Psychologin und Psychotherapeutin mit eigener Praxis in Berlin. Mit einem ganzheitlichen Ansatz aus Körperpsychotherapie und systemischer Arbeit unterstützt sie Einzelne und Paare dabei, konkrete Lösungen für ihre Anliegen zu finden.© Lisa Zimmermann | Lisa Zimmermann

Ein erster kleiner Schritt zu mehr Mobilität und mehr Bewusstsein für Ernährung ist auch ein Anfang auf dem Weg zu Longevity, dem längeren, gesünderen und vitaleren Leben. Diese Auffassung vertritt der Arzt Felix Bertram, der sein eigenes Leben umgestellt und so sein biologisches Alter krass gesenkt hat. Alles, was mehr ist als nichts, zähle, sagte er meiner Kollegin Natalja Fischer. Lesen Sie hier, wie er seinen eigenen Schweinehund überwinden konnte, um eine regelmäßige Sportroutine zu finden. Schließlich geht es ja auch darum, nicht zu viel Stress zu erzeugen, mit ausgeklügelten Longevity-Plänen, die in die 40-Stunden-Woche und ein turbulentes Familienleben gepresst werden.

Ein paar Tipps, wie sich Narzissten durchschauen lassen

Haben Sie mit Narzissten zu tun? In Ihrem Berufsleben vielleicht oder auch innerhalb Ihres Freundeskreises oder der Familie? Und Sie haben Schwierigkeiten, mit ihnen umzugehen? Dann sollten Sie ihre sorgfältig konstruierte Welt kennenlernen. Damit, sagt die Psychologin und Psychotherapeutin Lisa Zimmermann, kaschierten sie ihre tiefe Unsicherheit. Doch diese Fassade lasse sich durchschauen, erklärte sie meiner Kollegin Eileen Wagner. Lesen Sie hier, welche Situationen Narzissten an ihre Grenzen bringen.

Die elektronische Geldbörse kommt: Das steckt dahinter

In diesen Tagen ist es mir wichtig, immer ein paar Münzen in meinen Jackentaschen zu haben. Für die alte Frau, die in der Einkaufsstraße verzweifelt versucht, ein paar Euro aufzutreiben. Für Sascha, der sich in der U-Bahn entschuldigt für die Störung, in der Hand ein völlig zerschlissenes Exemplar der Obdachlosenzeitung. Er habe ja bald eine Wohnung, sei mit dem Amt in Kontakt, aber jetzt brauche er doch noch mal ein wenig Kleingeld für die Nacht. Für den Straßenmusiker mit der grandiosen Rockstimme.

Doch mit dem Kleingeld ist es nicht mehr so einfach in Zeiten, in denen digitales Bezahlen immer mehr zum Standard wird. Der natürliche Nachschub fällt weg, zumindest bei mir. Nun plant die EU, den digitalen Euro einzuführen. Also eine Geldbörse auf dem Smartphone, mit der man anonym bezahlen kann wie mit Bargeld.

Berlin, mit Bargeld gefuellte Kasse
Noch sind die Kassen in den Supermärkten mit Bargeld gefüllt. © picture alliance / Caro | Conradi

Soll auch unter Privatleuten funktionieren, denn der digitale Euro ist als elektronischer Zwilling der Scheine und Münzen geplant. Und er soll ohne Einschränkung bei sämtlichen Transaktionen im Euroraum verwendbar sein, so die Recherchen unseres Brüssel-Korrespondenten Thorsten Knuf. Ob ich dann Sascha mit seiner Obdachlosenzeitung auch den obligatorischen Euro auf sein Smartphone schicken kann? Und meine Mutter so schnell, wie sie ihren Enkeln den Geldschein rüberschiebt, auch ihre Wallet auf dem Handy zückt? Ich bin gespannt.

Von Hitlers Machtapparat zwangsrekrutiert: Was ein Elsässer im Zweiten Weltkrieg erlebte

Zum Schluss noch eine sehr bewegende Geschichte aus dem Zweiten Weltkrieg: Es geht um den Elsässer François Dochter. Als 18-jähriger Schulabgänger wurde er von den Nazis für die Wehrmacht zwangsrekrutiert und musste in einen Krieg ziehen, der nicht sein Krieg war. „Ich schoss immer in die Luft“, erzählte Dochter, der inzwischen 102 Jahre alt ist, unserem Frankreich-Korrespondenten Stefan Brändle.

Ehre für die Zwangsrekrutierten der Nazis im Elsass
François Dochter als 18-Jähriger in der Wehrmachtuniform.© E. Schweitzer | E. Schweitzer

Auch als er gegen Kriegsende in einem Erdloch an der Kriegsfront im Osten verharrte und auf Russen traf. Eine bewegende Geschichte mit überraschenden Parallelen zur Lage im Donbass, wo die Bewohner damit rechnen müssen, von Russland besetzt zu werden.

In diesem Sinne wünsche ich mir, dass eine Lösung in diesem verheerenden Krieg gefunden wird, die nicht zur Unterwerfung der Ukrainer führt und auch die Sicherheit Europas nicht gefährdet.

Die Hintergründe zu den Bemühungen rund um Krieg und Frieden, die Hintermänner hinter den Verhandlungen, dazu die innenpolitische Lage thematisiert übrigens mehrmals pro Woche Jörg Quoos, der Chefredakteur der Zentralredaktion, in seinem Hauptstadtnewsletter. Wenn Sie ihn abonnieren, können Sie gewiss sein, dass Sie politisch immer auf der Höhe der Zeit sind. Hier können Sie sich kostenlos anmelden.

Ich wünsche Ihnen einen besinnlichen und auch erholsamen ersten Advent,
Ihre Birgitta Stauber