Erinnern wir uns: Als im Jahr 2019 Schülerinnen und Schüler weltweit für die Einhaltung der Pariser Klimaziele auf die Straße gingen, kämpften sie für ihre Zukunft. Lehrkräfte und Eltern zeigten Verständnis für die schwänzenden Kinder, schließlich schlossen sich Gruppen aus Zivilgesellschaft und Wissenschaft an.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Während der Corona-Pandemie zerfaserten die Proteste, die Klima-Ikone Greta Thunberg machte eine zweifelhafte Entwicklung durch, Russland startete den heißen Angriffskrieg auf die Ukraine – und damit indirekt auf Europa. Und ob die USA unter Trump immer noch ein zuverlässiger Partner und eine Schutzmacht sind, ist mehr als zweifelhaft.

Birgitta Stauber
Birgitta Stauber, Textchefin© FUNKE Foto Services | Reto Klar

An dieser Erkenntnis ist leider nicht zu rütteln: Die Zukunft der jungen Menschen ist bedroht wie seit Jahrzehnten nicht. Das Scheitern der Klimaziele kommt neben der allgemeinen Bedrohungslage und einer alternden Gesellschaft noch hinzu.

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Bundeswehr-Reform: Debatte um Wehrpflicht betrifft schließlich die Zukunft der Jugend

Die Jugend hat allen Grund, von der Politik zu fordern, ihre Zukunft abzusichern, etwa durch eine Rentenreform, eine Klimapolitik, die den Namen verdient und einem Bildungssystem, das endlich die Abhängigkeit vom Elternhaus mildert. Und dafür lohnt es sich auch, auf die Straße zu gehen.

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Doch ausgerechnet die angestrebte Modernisierung des Wehrdienstes zum Anlass zu nehmen, die Schulstreiks von 2019 wieder zu beleben, zeigt, wie verdreht mittlerweile die Debatte ist. Denn wenn an diesem Freitag der Bundestag über Fragebögen, Musterungen und Anreize abstimmt, geht es nicht gegen die Jugend, sondern um ihre Zukunft. Schließlich soll die moderne Bundeswehr in der Lage sein, unsere Freiheit, unsere Demokratie nach außen zu verteidigen.

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Der Slogan „Schulstreik gegen Wehrpflicht“ führt obendrein auf die falsche Fährte und klingt sehr nach Propaganda – die Gewerkschaft GEW und die Linke unterstützen die Proteste. Eine Wehrpflicht steht derzeit nicht zur Debatte. Man mag es Lockangebot nennen. Aber letztlich geht es doch darum, eine Gesellschaft resilienter zu machen in einer immer unsicherer werdenden Gesamtlage.