Die Thüringer Schullandschaft verzeichnet das erste Mal seit drei Jahren einen leichten Rückgang bei den Unterrichtsausfällen. Das geht aus neuen Zahlen des Bildungsministeriums hervor, die unserer Redaktion vorliegen. Demnach lag die Ausfallquote bei einer Stichwoche im Herbst im laufenden Schuljahr landesweit bei 9,2 Prozent. Im Jahr 2024 betrug der Ausfall noch 11,1 Prozent.

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Unterrichtsausfall sinkt: Landesregierung setzt auf weitere Verbesserungen

Für Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) sind das gute Nachrichten. Zwar gehe der Unterrichtsausfall zurück, „wir wissen aber auch, dass dies noch nicht reicht“. Umso wichtiger sei es, dass die Landesregierung klare Positionen setze, bei den Kindern, den Familien und starken Schulen. „Wir stehen für Stabilität und arbeiten Schritt für Schritt daran, die Bedingungen im Bildungsbereich weiter zu verbessern“, sagte Voigt.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Auch Bildungsminister Christian Tischner (CDU) zeigte sich zufrieden. „Der Rückgang des Unterrichtsausfalls zeigt, dass unsere Maßnahmen wirken“, sagte er. Das sei ein gemeinsamer Erfolg von Schulen, Lehrkräften und Bildungsverwaltung und zugleich Ansporn, diesen Kurs fortzusetzen. „Unser erklärtes Ziel bleibt es, den Unterrichtsausfall spürbar und dauerhaft zu reduzieren“, sagte Tischner.

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Thüringen hat mit einem akuten Lehrermangel zu kämpfen

Thüringen hat seit vielen Jahren mit akutem Lehrermangel zu kämpfen. Im Jahr 2022 lag der Unterrichtsausfall bei 11,9 Prozent, 2023 dann bei 10,8 Prozent. Die diesjährige Quote ist mit 9,2 Prozent die niedrigste seit Jahren.

„Das sind die ersten Auswirkungen der zahlreichen Maßnahmen, die die Landesregierung getroffen hat, um den Unterrichtsausfall einzudämmen“, sagte Tim Reukauf, Vorsitzender des Thüringer Lehrerverbandes. So haben beispielsweise Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter in Thüringen die Möglichkeit, Unterricht zu geben. Auch habe es eine Rückholaktion älterer Lehrerinnen und Lehrer gegeben. „In der Summe spürt man das dann schon“, sagte er.

Bildungsgewerkschaft GEW: Statistik muss kritisch hinterfragt werden

Von dem deutlichen Rückgang überrascht zeigte sich Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW. „Wir sind ein bisschen irritiert, ob des großen Sprungs“, so Vitzthum. Sie wies darauf hin, dass die Erfassungsmethodik der Statistik kritisch hinterfragt werden müsse. So seien 700 Lehrerstellen nach wie vor unbesetzt, was es unmöglich mache, den Unterricht flächendeckend abzudecken. „Die Studierenden oder die Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter tragen zwar positiv zu den Zahlen bei, doch insgesamt bleibt die Personaldecke viel zu dünn.“

Ulrike Grosse-Röthig von den Linken sieht den Rückgang der Unterrichtsausfälle als Verdienst ihrer Partei. Ihrer Ansicht nach zeigen Maßnahmen, die Helmut Holter (Linke) während seiner Amtszeit als Bildungsminister eingeleitet hat, nun Wirkung: „Mehr als die Hälfte aller Lehrerinnen und Lehrer in Thüringen trägt schließlich seinen Namen auf ihrer Ernennungsurkunde“, so Grosse-Röthig. Gleichzeitig gibt sie zu bedenken, dass der Rückgang auch mit dem demografischen Wandel zusammenhängt. Es müsse berücksichtigt werden, „dass seit dem letzten Jahr jede achte Stunde nicht mehr gegeben werden muss, weil zunehmend weniger Kinder unsere Schulen besuchen“, so die Bildungspolitikerin.