- In Frankreich ist ein Video aufgetaucht, in dem sich Brigitte Macron mit Komiker Ary Abittan unterhält
- Darin äußert sie sich abfällig über Feministinnen
- Der Ausschnitt geht im Netz viral – und sorgt für Kritik an Frankreichs First Lady
Ein Video, das inzwischen mehr als eine Million Mal abgespielt worden ist, sorgt für Empörung in Frankreich: Es zeigt Brigitte Macron, die französische First Lady, die im Gespräch mit dem Schauspieler und Komiker Ary Abittan abfällig über Feministinnen spricht. Eine seiner Shows war am vergangenen Samstag von feministischen Aktivistinnen gestört worden, die ihm Vergewaltigung vorwerfen.

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Im Gespräch mit Abittan am Sonntag vor einem weiteren Auftritt spielt Brigitte Macron auf diesen Vorfall vom Vortag an. Macron fragt den Komiker nach seinem Befinden. Der erwidert, er habe Angst, „vor allem“. Brigitte Macron versucht dann offenbar, ihn zu beruhigen, und sagt: „Wenn diese dreckigen Schlampen hier sind, dann werfen wir sie raus.“ Ein Video der Szene wurde am Montag, 8. Dezember, auf der Website der Wochenzeitschrift „Public“ veröffentlicht. Es verbreitet sich seitdem massenhaft in sozialen Netzwerken – und sorgt bei vielen Menschen in Frankreich für Unmut.
« S'il y a les sales connes, on va les foutre dehors ! » Quand Brigitte Macron s'attaque aux militantes féministes qui ont organisé une action contre Ary Abittan, pour qui la Cour d'appel de Paris a prononcé un non lieu suite à des accusations de viol malgré un témoignage… pic.twitter.com/U8pkJSEJ3l
— Ariane Anemoyannis (@AAnemoyannis) December 8, 2025
Brigitte Macron unterstützt Komiker, dem Vergewaltigung vorgeworfen wurde
Hintergrund ist eine Aktion gegen Abittan, die sich am Samstag, 6. Dezember, ereignet hatte. Mehrere Aktivistinnen des feministischen Kollektivs „#Nous Toutes“ („Wir alle“) hatten in Paris vor der Premiere des neuen Comedy-Programms von Ary Abittan protestiert: Sie trugen Masken mit seinem Gesicht und der Aufschrift „Violeur“ („Vergewaltiger“). Außerdem riefen sie wiederholt „Abittan, Vergewaltiger“. Das Kollektiv setzt sich nach eigenen Angaben gegen Gewalt an Frauen und LGBTQIA-Personen ein.

Abittan war Ende 2021 von einer jungen Frau, mit der er zuvor einige Wochen zusammen war, der Vergewaltigung bezichtigt worden. Das Verfahren wurde nach dreijährigen Ermittlungen jedoch eingestellt. Dass die Karriere des Komikers nach diesem Vorwurf weitgehend unbeschadet weiterläuft, stört die feministische Vereinigung.
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Brigitte Macron in der Kritik
Brigitte Macron, die den Komiker sichtlich unterstützt, wird für ihre derben Worte kritisiert. So sagte der ehemalige Staatspräsident Frankreichs, François Hollande, dem französischen Hörfunksender RTL: „Auch wenn wir die Form kritisieren können – wenn es um Frauen geht, die gegen Gewalt gegen Frauen kämpfen, sprechen wir nicht so.“ Er betonte, wie wichtig es sei, auf die Wortwahl zu achten. „Wir müssen Ruhe bewahren und dürfen die verbale Eskalation nicht fortsetzen“, fügte er hinzu.
Auch die linke Europaabgeordnete Manon Aubry verurteilte Macron. „Es ist Zeit, dass das Ehepaar Macron geht“, postete sie auf dem Kurznachrichtendienst „X“ zu dem Video. „Eine First Lady sollte so etwas nicht sagen“, kritisierte Marine Tondelier, Vorsitzende der Grünen, im Fernsehsender BFM-TV. Die Äußerungen seien schwerwiegend.
Aus dem Umfeld von Brigitte Macron heißt es laut der französischen Nachrichtenagentur AFP, die Präsidentengattin missbillige die „radikalen Methoden“, die die maskierten Aktivistinnen am Samstag an den Tag gelegt hätten. „Dieser Austausch sollte nur als Kritik an den radikalen Methoden derjenigen gesehen werden, die am Samstagabend mit Masken die Show von Ary Abittan gestört haben, um den Künstler an seinem Auftritt zu hindern“, wird ein Sprecher von Brigitte Macron zitiert.
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„Wir sind zutiefst schockiert und empört. Die verwendeten Worte sprechen Bände über ihre Weltanschauung; die politische Botschaft ist extrem schockierend“, sagte eine Aktivistin von #NousToutes der Nachrichtenagentur AFP. Macrons Worte seien „eine weitere Beleidigung für Opfer und feministische Organisationen“.
Das Kollektiv „#Nous Toutes“ postete derweil auf Instagram das Video der Szene und die von Macron genutzte Bezeichnung „#salesconnes“ („dreckige Schlampen“) vor schwarzem Hintergrund und der Bildunterschrift: „Dreckige Schlampen und stolz darauf!“
Auch die französische Schauspielerin und wichtige Figur in der französischen #MeToo-Bewegung, Judith Godrèche, bekannte sich in dem sozialen Netzwerk zu „#Nous Toutes“. Sie sei ebenfalls stolz darauf, eine „dreckige Schlampe“ zu sein. „Und ich unterstütze alle anderen“, postete sie. Der Hashtag „salesconnes“ könnte sich zum neuen Slogan der Bewegung entwickeln. Auf der Website der Organisation gibt es bereits T-Shirts, Pullover, Kochschürzen und Bandanas mit dem Aufdruck zu kaufen.






