Eine kleine Panne kann schnell teuer werden. Das gilt nicht nur für Autos, sondern auch für Flugzeuge – insbesondere wenn es sich bei dem beschädigten Flieger um einen B-2-Tarnkappenjet handelt, das mit Baukosten von über vier Milliarden US-Dollar teuerste Flugzeug der Welt.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Am 14. September 2021 landete die B-2 mit dem Namen „Spirit of Georgia“ nach einem Trainingsflug auf der Whiteman Air Force Base in Missouri. Da passierte es: Das linke Fahrwerk knickte weg. Der Flieger rutschte über die Landebahn und kam schließlich neben der Piste zum Stehen.
Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand, aber eins war klar: Eine Reparatur wird teuer. Denn wenn die Form des Tarnkappenjets verzogen und seine spezielle Beschichtung beschädigt ist, verliert sie ihre Stealth-Eigenschaften und ist damit nicht mehr unsichtbar fürs Radar.
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Wie Techniker die B-2 vor Ort flickten
Nun berichtete die US-Luftwaffe über die Reparatur. Demnach war zuerst die Frage: Muss die „Spirit of Georgia“ aufwendig vor Ort repariert werden oder kann sie zumindest notdürftig geflickt werden, um selbstständig ins Werk des Herstellers Northrop Grumman nach Kalifornien zu fliegen? Denn ein Transport per Schwertransport oder Hubschrauber ist für einen 53 Meter breiten und 71 Tonnen schweren Flieger nicht möglich.
Zuerst einmal richteten die Techniker den havarierten Tarnkappenjet mit speziellen Luftpolstern auf und konnten so das kollabierte Fahrwerk manuell ausklappen. Anschließend zogen sie den Flieger vor Ort in den Hangar und konnten mit einer Lasermessung feststellen, dass sich Flugzeugrumpf und andere kritische Komponenten nicht verzogen hatten. Nach einem Jahr gab es schließlich das Go für den Transferflug nach Kalifornien.
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Speed Tape: Wie spezielles Klebeband die B-2 wieder flugfähig machte
Ein wichtiges Tool, um den beschädigten Bomber flugfähig zu machen, war dabei Klebeband. Fotos zeigen, wie große Flächen an den Flügeln der „Spirit of Georgia“ mit Klebeband abgeklebt waren. Dabei handelt es sich jedoch nicht um normales Büroklebeband, wie es jeder im Laden kaufen kann, sondern um spezielles Speed Tape aus Aluminium. Dieses hält hohe Geschwindigkeiten, Temperaturen und Druckverhältnisse aus und wird deshalb in der Luftfahrt für schnelle, temporäre Reparaturen genutzt.
Laut der US-Luftwaffe wurden durch die schnelle Klebeband-Reparatur 52 Millionen US-Dollar gespart, denn nun konnte der Flieger im Werk repariert werden, wo ein nicht-flugfähiger B-2-Bomber ein 2,5 mal 1,3 Meter großes Stück Außenhaut spendete, das an der „Spirit of Georgia“ mit einem speziellen Kompositharz befestigt wurde. Dadurch kostete die Reparatur am Ende „nur“ 23,7 Millionen US-Dollar.
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B-2-Reparatur kostete auch schonmal über 100 Millionen US-Dollar
Dass das für die Reparatur eines Tarnkappenjets ein Schnäppchen ist, zeigt ein Vorfall aus dem Jahr 2010. Damals wurde auf einem US-Luftwaffenstützpunkt auf der Pazifikinsel Guam die B-2 „Spirit of Washington“ durch einen Brand beschädigt. Bevor sie ins Werk geflogen werden konnte, musste sie instand gesetzt werden, was 68 Millionen US-Dollar kostete. Die weiteren Reparaturen in Kalifornien kosteten dann noch mal 37,2 Millionen US-Dollar.

Die B-2 ist der weltweit bekannteste Tarnkappenbomber. Von dem charakteristischen Nurflügler wurden zwischen 1989 und 1993 nur insgesamt 21 Stück gebaut. Ab dem kommenden Jahr soll er nach und nach durch die modernere Version B-21 ersetzt werden.








