Wenn es nach Donald Trump geht, wird wohl kein Mensch so ungerecht behandelt wie er: von Medien, von anderen Ländern und den zahlreichen Frauen, die ihm sexuelle Übergriffe vorwerfen. Doch aus finanzieller Sicht könnte das erste Jahr seiner zweiten Amtszeit als US-Präsident nicht besser für Trump und seine Familie gelaufen sein. Verschiedene Schätzungen gehen davon aus, dass der Trump-Clan seit dem Wahlsieg mehrere Milliarden Dollar zusätzlich angehäuft habe – und das vor allem mit undurchsichtigen Krypto-Geschäften.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Über das Jahr hinweg verfolgten unter anderem die Finanzmagazine „Forbes“ und „Financial Times“ die Vermögenszuwächse von Trump. Schon im September dieses Jahres berichtete „Forbes“, das eine Liste mit dem Vermögen aller Milliardäre führt, dass das Reinvermögen von Trump um 3 Milliarden Dollar innerhalb eines Jahres gestiegen sei: von 4,3 auf 7,3 Milliarden Dollar. Auf der Liste der reichsten US-Amerikaner landete er damit auf Platz 201. Kritiker werfen Donald Trump eine Bereicherung maßlosen Ausmaßes vor.

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Trumps Krypto-Geschäfte machen ihn erfolgreicher als je zuvor

Die Nachrichtenagentur „Reuters“ wiederum schätzte, dass die Familie in den ersten sechs Monaten dieses Jahres rund 800 Millionen Dollar durch Verkäufe von Kryptowährungen eingenommen habe. Die Financial Times schätzte die Erlöse innerhalb der zwölf Monate vor Oktober 2025 auf über eine Milliarde Dollar. Die den Demokraten nahestehende Denkfabrik Center for American Progress hat die Geschäftseinnahmen seit der Wiederwahl auf 1,8 Milliarden Dollar geschätzt. Die gesamten Gewinne seit Trumps erster Amtszeit 2016 beziffert der „New Yorker“ auf 3,4 Milliarden Dollar.

Protesters Hold "America Is Not For Sale" Rally Outside Trump National Golf Club
Demonstranten protestieren im Mai gegen ein Krypto-Abendessen mit dem Präsidenten. © Getty Images via AFP | ALEX WONG

Bei den Zahlen soll es sich allein um frei verfügbares Einkommen handeln. Noch nicht verkaufte Anteile an Kryptowährungen wie Bitcoin, die auf weitere bis zu 5 Milliarden Dollar geschätzt werden, sind darin nicht enthalten. Anteile an privaten Unternehmen sind außerdem nur schwer einsehbar, was eine genaue Schätzung erschwert.

Trump verzichtet nach eigenen Angaben auf sein Staatsgehalt von 400.000 Dollar im Jahr, was bedeutet, dass dieser Posten nicht zu seinem Einkommen beiträgt. Zu seinem Amtsantritt 2025 weigerte er sich jedoch wie schon zur ersten Amtszeit seine Anteile an den zahlreichen Unternehmen aus Interessenskonflikten zu verkaufen. Stattdessen übertrug er sie einer Treuhand, die von seinen Söhnen Eric und Donald Jr. kontrolliert wird. Den Vorgang könnte Trump nach dem Ende seiner Amtszeit sofort wieder rückgängig machen – und der selbsternannte „Krypto-Präsident“ dann die großen Gewinne einstreichen.

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Trumps Krypto-Handel: Einfallstor für ausländische Einflussnahme?

Noch vor der Wahl 2024 gründete Trump zusammen mit Geschäftspartnern und seinen drei Söhnen, Eric, Donald Jr. und Barron, das Kryptowährungsunternehmen World Liberty Financial. Das wurde aber erst nach seinem Sieg zum Erfolg und warf Hunderte Millionen Dollar an Erträgen aus dem Handel mit Kryptowährungen ab. Als Präsident ließ er für die Branche einige Regulierungen abschaffen, wovon World Liberty Financial profitieren konnte.

Die Firma gilt auch als Einfallstor für ausländische Einflussnahme. Laut „Reuters“ kommen die meisten Käufer der von Trump gestarteten Krypto-Währungen nicht aus den USA. Viele Großinvestoren, wie der wegen Geldwäsche in Großbritannien verurteilte chinesische Geschäftsmann Guren Zhou, haben Verbindungen in die arabischen Golfstaaten.

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Pump and Dump: Manipuliert Trump seine Fans?

Zudem startete Trump für sich und seine Frau Melania einen Memecoin, eine Kryptowährung, die meist aus einem Internet-Witz, Meme oder Trend heraus entsteht. Ihr Wert basiert weniger auf technischer Innovation als auf Aufmerksamkeit und Unterstützung von Fans. Oftmals steigen die Währungen nur kurz im Wert, bevor sie in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Influencer und andere Promis, die Memecoins gestartet haben, bedienten sich in der Vergangenheit wiederholt einer eigentlich illegalen Manipulationsstrategie namens „Pump and Dump“.

Dabei wird der Preis eines Coins zunächst künstlich „gepumpt“, etwa durch Hype in sozialen Medien, Werbung oder irreführende Versprechen. Steigt der Kurs stark an, verkaufen die Gründer ihre Bestände („Dump“) mit Gewinn, während der Preis danach meist einbricht. Zurück bleiben oft Kleinanleger mit hohen Verlusten. Auch Trump wird die nur schwer nachweisbare Praxis vorgeworfen. Laut einer Analyse der „New York Times“ verloren Anleger im Februar dieses Jahres 2 Milliarden US-Dollar, während Trumps Firma 100 Millionen Dollar an Handelsgebühren einnahm.

Trumps Familie verkauft währenddessen weiterhin den Trump-Coin, mit der sich Privatleute die Gunst der Familie erkaufen wollen. Für jeden über World Liberty Financial verkauften Dollar der Währung erhalten die Trumps der Nachrichtenagentur „Reuters“ zufolge 70 Cent. Ein für die Käufer von Trumpcoin gehaltenes Galadinner sorgte für Empörung, weil den Teilnehmern im Gegenzug für die größten Käufe ein Gespräch mit Trump versprochen wurde.

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Trump akzeptiert Luxus-Boeing als Geschenk aus Katar

Andere Einnahmen speisen sich laut „Forbes“ aus erfolgreichen Klagen vor Gericht, Verkäufen von Lizenzen unter dem Trump-Namen sowie Einnahmen aus verschiedenen Beteiligungen. Sein Immobiliengeschäft sei dank zahlreicher Zusagen für Trump-Hotels und -Golfplätze um mehrere Hundert US-Dollar wertvoller geworden. Unter anderem in Vietnam, Saudi-Arabien, Indien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten sollen neue Anlagen entstehen.

Im Mai gab Trump außerdem bekannt, eine von Katar gestiftete Luxus-Boeing 747 als neue „Air Force One“ übernehmen zu wollen. Nach seiner Amtszeit soll das auf 400 Millionen Dollar geschätzte Flugzeug in den Besitz der Stiftung seiner Präsidentenbibliothek übergehen. Kritiker befürchten, dass Trump dann auch nach seiner Amtszeit Zugriff auf das Flugzeug hätte.