Es wird immer deutlicher, wie Donald Trump Venezuela und das verhasste autoritäre Regime von Nicolás Maduro in die Knie zwingen will. Neben den völkerrechtswidrigen Angriffen auf Schnellboote in Karibik und Pazifik gehen die USA nun dazu über, der Regierung in Caracas wirtschaftlich den Sauerstoff zu nehmen und den Druck immer weiter zu erhöhen. Das heißt: Die Erdölexporte verhindern und so Maduro die Existenzgrundlage entziehen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Den Auftakt machte vor einer Woche das Kapern eines Schiffes der venezolanischen Geisterflotte durch die US-Marine vor Venezuela. Der mit Sanktionen belegte Tanker „Skipper“ wurde nach Texas gebracht. Die 1,1 Million geladenen Fass Rohöl behalten die USA gleich ein.

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Karibik-Machtprobe: Venezuela – Invasion oder Säbelrasseln?
Im Krisenmodus
 

US-Maßnahmen: Trump verhängt umfassende Seeblockade gegen Venezuela

Nun ordnete Trump am Dienstagabend (Ortszeit) eine faktische Seeblockade gegen Venezuela an. Auf seiner Plattform „Truth Social“ rief der US-Präsident eine „totale und vollständige Blockade aller sanktionierten Öltanker“ aus. Folglich darf kein Schiff aus dieser Schattenflotte mehr Häfen des südamerikanischen Landes anlaufen oder verlassen. Zudem erklärte er die Maduro-Regierung zur „ausländischen Terrororganisation“.

Zusätzlich forderte Trump die Regierung Maduro zur „sofortigen Rückgabe“ von angeblich gestohlenen US-Vermögenswerten auf. Venezuela habe den USA „Öl, Land und andere Vermögenswerte“ entzogen, behauptete Trump, ohne Beweise vorzulegen. Anfang der 2000er-Jahre hatte Venezuela Ölfelder verstaatlicht, betroffen waren ausländische und darunter auch US-Firmen. Es folgte ein Streit über Entschädigungen. Vermutlich bezieht sich Trumps Forderung darauf. 

News aus den USA

Die venezolanische Regierung wies die Forderung noch am Dienstagabend erzürnt zurück. Die „groteske Drohung“ sei eine „schwerwiegende Verletzung des Völkerrechts“, hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums. Trump habe wieder einmal seine wahren Absichten offenbart, sich die Ölvorkommen Venezuelas aneignen zu wollen. Die venezolanische Regierung will diesen „Bruch des internationalen Rechts“ bei den Vereinten Nationen anzeigen. Bereits vor einer Woche tobte Machthaber Maduro angesichts der Beschlagnahmung des Öltankers und nannte sie einen Akt der „Seepiraterie“. 

Das klamme Regime in Caracas schmerzt der Verlust des Rohöl-Gegenwertes im hohen zweistelligen Millionenbereich. Derzeit produziert Venezuela rund eine Million Fass Öl am Tag, ein Drittel der Fördermenge aus früheren Jahren. Der Rohstoff ist aber mit Sanktionen belegt, was den Export kompliziert macht. Der Großteil wird seit langem über den Graumarkt nach China und Indien verschifft. Dazu werden oft die Tanker der Schattenflotte genutzt, zu der auch der konfiszierte „Skipper“ gehört. Die jetzt angekündigte Seeblockade ist ein harter Schlag gegen Caracas, weil damit faktisch der Ölexport, was die einzige Einnahmequelle von Caracas ist, unmöglich wird. 

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Venezolanischer Öltanker verteilt Ladung zwischen Kuba und Asien

Laut einem Bericht der „New York Times“ war der Tanker „Skipper“ vor einer Woche zunächst Richtung Kuba gestartet. Das gehe aus internen Daten des Staatskonzerns „Petróleos de Venezuela“ (PDVSA) hervor. Im Verlauf der Fahrt wurde dann aber ein Teil des geladenen Rohöls auf einen anderen Tanker gepumpt. Dieser sei dann weiter in Richtung der Karibikinsel gefahren. Die „Skipper“ wiederum sei mit dem Großteil des Öls Richtung Asien gefahren. Quelle dafür sind US-Regierungsvertreter. 

Die kommunistische Regierung in Havanna erhält seit den Zeiten von Hugo Chávez (1999 bis 2013) solidarische Öllieferungen, um Wirtschaft und Stromversorgung am Laufen zu halten. Aber die venezolanischen Lieferungen an den Verbündeten sanken dieses Jahres um fast 15 Prozent. Laut internen Dokumenten von PDVSA, die von der Nachrichtenagentur Reuters zitiert werden, erhält die Insel derzeit nur noch 27.400 Fass pro Tag. 

Sollte Venezuela jetzt kein Öl mehr exportieren können, würde sich die ohnehin prekäre wirtschaftliche Lage auf der Insel noch einmal dramatisch verschärfen. Bereits jetzt sind Stromausfälle an der Tagesordnung. Der Sprit ist nahezu in ganz Kuba knapp. 

Das wäre für die Trump-Regierung ein willkommener Nebeneffekt der Seeblockade. Denn insbesondere US-Außenminister Marco Rubio, der kubanische Vorfahren hat, will die Regierung in Havanna lieber heute als morgen stürzen. Das hat er mehrfach bekräftigt.