Tag für Tag überzieht Russland die Ukraine mit massiven Luftangriffen und beschädigt gezielt die Energieversorgung. Jetzt kommt neue Hilfe aus Deutschland: Die Bundesregierung stockt ihre Unterstützung für die Ukraine erheblich auf.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Die Winterhilfe kommt aus dem Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Ministerin Reem Alabali Radovan (SPD) sagte unserer Redaktion: „Wir weiten unsere Unterstützung jetzt noch einmal aus. Mein Ministerium stellt zusätzliche 70 Millionen Euro Winterhilfe zur Verfügung, um Wärme, fließendes Wasser und Strom für mehr als zweieinhalb Millionen Menschen zu sichern.“

Porträt von Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan
Reem Alabali Radovan, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). © Florian Boillot | Florian Boillot

Radovan erklärte, sie wolle die Ukraine dabei unterstützen, „der russischen Kriegsführung mit Kraft etwas entgegenzusetzen“. Es gehe vor allem um die dezentrale Wärmeversorgung – zum Beispiel über mobile Heizanlagen.

„Kommunen sollen das Heizen von Schulen, Kindergärten und Krankenhäusern sicherstellen können, auch wenn große Kraftwerke angegriffen wurden“, sagte die SPD-Politikerin. Man erlebe gerade die schwersten Angriffe Russlands auf die Ukraine, ganz besonders auf die ukrainische Energieversorgung.

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„Die russische Armee greift ganz gezielt die Energieinfrastruktur an“, sagte Radovan. „Gerade jetzt im kalten Winter ist sofortige Hilfe wichtig, damit die Grundversorgung der Ukraine aufrechterhalten werden kann“, fügte die Ministerin hinzu. Die Maßnahmen bei der Energieversorgung würden dabei helfen, dass die Menschen ihren Alltag bewältigen könnten.

Russland hatte zuletzt seine Luftangriffe auf die Ukraine noch intensiviert. Bei einzelnen nächtlichen Attacken wurden bis zu 700 Drohnen und Raketen auf Ziele in der Ukraine gerichtet. Das Energienetz ist bereits erheblich beschädigt, die Reparaturen dauern an, in vielen Landesteilen wurden die täglichen Stromsperren verlängert.

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Die Abschaltungen bedeuten oft auch, dass es in den Wohnungen keine Heizung und kein Wasser gibt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Moskau wiederholt vorgeworfen, gezielt die ukrainische zivile Infrastruktur zu attackieren. Selenskyj hat deshalb zu schnellerer Unterstützung für sein Land aufgerufen.

Unterdessen geht das diplomatische Ringen um eine Beendigung des Ukraine-Kriegs weiter. Am Wochenende wollen US-Vertreter mit Unterhändlern sowohl Russlands als auch der Ukraine beraten. Die getrennten Gespräche sollen in Miami stattfinden, die ukrainischen Teilnehmer waren nach Selenskyjs Angaben am Donnerstag bereits auf dem Weg dorthin. Selenskyj sagte, es solle weiter über Sicherheitsgarantien für sein Land gegen einen erneuten Angriff Russlands gesprochen werden.

Mit der Delegation aus Moskau will die US-Regierung vor allem jene Eckpunkte eines Friedensplans erörtern, bei denen sich zuletzt in Berlin die Ukraine, Europäer und die USA angenähert hatten. Der US-Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner, der Schwiegersohn von Präsident Donald Trump, werden über ihre Gespräche in Berlin berichten, von Moskauer Seite ist unter anderem der Unterhändler von Kremlchef Wladimir Putin, Kirill Dmitrijew, avisiert. Dass in Miami auch ein Dreier-Treffen von Unterhändlern der USA, Russlands und der Ukraine stattfinden könnte, wurde zunächst nicht erwartet.