Der russische Oppositionsaktivist Sergej Udalzow ist in Moskau wegen angeblicher Rechtfertigung von Terrorismus zu sechs Jahren Strafkolonie verurteilt worden. Das Strafmaß blieb ein Jahr unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Udalzow hatte zuvor angekündigt, im Falle einer Verurteilung „einen unbefristeten Hungerstreik bis zum Tod“ zu beginnen.
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„Eine schändliche Entscheidung. Alle, die sie getroffen haben, werden dafür zur Verantwortung gezogen werden, hoffe ich. Seid verdammt, ihr Hunde. Das wünsche ich euch von ganzem Herzen“, wurde er von der oppositionellen Website „Meduza“ nach der Urteilsverkündung zitiert.
Hartes Urteil in Russland: Udalzow unterstützt Angriff auf Ukraine, kritisiert aber Putin
Udalzow ist ein Befürworter des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Er gilt allerdings als Kritiker von Kremlchef Wladimir Putin.
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Grund für die Verfolgung Udalzows war, so „Meduza“, sein Artikel „Wie Marxisten zu Terroristen gemacht wurden“. Udalzows Veröffentlichungen widmeten sich dem Fall einer „terroristischen Vereinigung“, der nach Dafürhalten des Inlandsgeheimdienstes FSB Mitglieder eines marxistischen Kreises in Ufa angehörten. Diese waren Mitte Dezember vom Zentralen Militärgericht zu Haftstrafen zwischen 16 und 22 Jahren in einer Strafkolonie verurteilt worden.

Neben dem liberalen Politiker Alexej Nawalny, der im Februar des Vorjahres in einer Strafkolonie unter ungeklärten Umständen ums Leben gekommen ist, war Udalzow ein Anführer der Protestbewegung 2011 bis 2013, die sich gegen die Rückkehr Putins als Präsident in den Kreml richteten. Wegen der angeblichen Organisation und Planung von Massenunruhen war Udalzow bereits 2014 zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden.
dpa/jcst



