In Deutschland haben 2025 deutlich weniger Menschen einen Antrag auf Asyl gestellt als noch im Jahr zuvor. Laut einer Mitteilung des Bundesinnenministeriums lag die Zahl der Erstanträge bei 113.236 – 2024 waren es noch 229.751, 2023 sogar 329.120. Das entspricht einem Minus von mehr als 65 Prozent innerhalb von zwei Jahren.

Warum die Asylzahlen sinken

Die Zahl der Asylbewerber ist in Deutschland schon länger rückläufig. Experten sehen dafür verschiedene Gründe – unter anderem die Grenzkontrollen, die ab Oktober 2023 von der damaligen Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) schrittweise eingeführt und von ihrem Nachfolger Alexander Dobrindt (CSU) intensiviert wurden. 

Allerdings hat sich auch die Lage in einigen Herkunftsländern verändert. So kamen nach dem Ende der Ära des Diktators Baschar al-Assad weniger Syrerinnen und Syrer nach Deutschland. Auch Italiens restriktiverer Migrationspolitik werden Effekte zugeschrieben. Das gilt in umgekehrter Weise auch für Spanien, wo irreguläre Migrantinnen und Migranten mit Jobaussichten eine Aussicht auf Legalisierung haben. 

Im vergangenen Jahr gab es laut Innenministerium zudem rund 20 Prozent mehr Abschiebungen. 2026 sind bereits erneut Menschen nach Afghanistan abgeschoben worden, die in Deutschland Straftaten begangen hatten.

fmg/dpa