Für viele von ihnen ist es ein Befreiungsschlag: Weltweit haben viele im Ausland lebende Menschen aus Venezuela den Sturz von Diktator Nicolás Maduro gefeiert. Während seiner Zeit an der Macht sind beinahe acht Millionen aus ihrem Heimatland ausgewandert und haben andernorts ihr Glück gesucht. Nun wächst bei ihnen die Hoffnung, wieder zurückkehren zu können.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Das zeigt sich zum Beispiel in Chile. Wie in anderen Zufluchtsländern sind die venezolanischen Migranten dort oft nicht gerne gesehen. Der künftige ultrarechte Präsident José Antonio Kast hat die Abschiebung von fast 340.000 im Land lebenden Zuwanderern ohne Aufenthaltspapiere angekündigt, von denen ein Großteil aus Venezuela stammt. 

Migranten aus Venezuela: Viele erhoffen sich eine Rückkehr in die Heimat

Im Zentrum der Hauptstadt Santiago versammelte sich am Samstag eine lautstark feiernde Menge von Venezolanern auf der Straße. Viele trugen die venezolanischen Nationalfarben Gelb, Blau und Rot. „Dies ist eine Riesensache für uns“, sagte die 61-jährige Verkäuferin Yasmery Gallardo über die Entmachtung Maduros, unter dessen 13-jähriger Herrschaft sich die wirtschaftliche Lage in Venezuela dramatisch verschlechterte und die politische Opposition immer weniger Luft zum Atmen bekam. Gallardo lebt seit acht Jahren in Chile. Nun plant sie bereits ihre Rückkehr. „Ich kann es nicht erwarten, in mein Land zurückzukehren“, sagte sie. 

Auch in Miami im US-Bundesstaat Florida feierten hunderte Venezolaner auf den Straßen. Einige küssten euphorisch die venezolanische Fahne. „Danke, Trump!“ rief einer der Partyteilnehmer an die Adresse des US-Präsidenten. „Heute, am 3. Januar, sind die Träume der Venezolaner im Ausland wahr geworden“, sagte eine der Feiernden, Ana González.

Exil-Venezolaner weltweit feiern den Sturz Maduros

Nach dem Sturz von Venezuelas Diktator sind weltweit Menschen auf die Straßen gegangen, um zu feiern.
Nach dem Sturz von Venezuelas Diktator sind weltweit Menschen auf die Straßen gegangen, um zu feiern.© AFP | JAVIER TORRES
Venezuelan migrants celebrate US intervention in Buenos Aires
Auch in Buenos Aires (Argentinien) brachten sie ihre Freude zum Ausdruck.© IMAGO/Anadolu Agency | IMAGO/Luciano Gonzalez
Capture Of Venezulean President NicoláS Maduro In Buenos Aires, Argentina - 03 Jan 2025
Viele von ihnen sind geflüchtete Venezolaner, die nun auf eine Rückkehr in ihr Land hoffen.© IMAGO/ZUMA Press Wire | IMAGO/Rosana Alvarez Mullner
***BESTPIX*** Venezuelans Around The World React To Nicolas Maduro's Capture
In Bogotá (Kolumbien) herrschte ausgelassene Partystimmung.© Getty Images | Andres Rot
Venezuelans Around The World React To Nicolas Maduro's Capture
Teilweise wurde der Angriff der USA auf Venezuela sogar mit Feuerwerk gefeiert.© Getty Images | Getty Images
Venezuelans Around The World React To Nicolas Maduro's Capture
Viele der geflüchteten Venezolaner leben in anderen lateinamerikanischen Ländern, wie hier in Peru.© Getty Images | Mariana Bazo
Aber auch in Europa, wie hier in Madrid, wurde gefeiert.
Aber auch in Europa, wie hier in Madrid, wurde gefeiert.© AFP | PIERRE-PHILIPPE MARCOU
(SpotNews) ARGENTINA-BUENOS AIRES-U.S. EMBASSY-VENEZUELA-PROTEST
Gleichzeitig ist die Angst der Menschen vor der amerikanischen Aggression groß. Vielerorts wurde demonstriert, wie hier vor der amerikanischen Botschaft in Buenos Aires (Argentinien).© imago/Xinhua | IMAGO/Martin Zabala

Spontane Straßenpartys in Buenos Aires

In der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires sagte der 39-jährige Carlos Sierra während der spontanen venezolanischen Straßenparty über den US-Militäreinsatz: „Niemand wünscht sich eine Invasion und Bombardierung (...), aber es war notwendig.“ Sierra, der im Jahr 2017 aus Venezuela emigriert war, fügte hinzu: „Dies gibt dir die Hoffnung, in dein Land zurückkehren zu können.“

Die meisten venezolanischen Migranten hat das Nachbarland Kolumbien aufgenommen – es sind fast drei Millionen. In der Hauptstadt Bogotá zeigte sich der venezolanische Friseur Kevin Zambrano „glücklich, glücklich, glücklich“ und dankte US-Präsident Donald Trump dafür, „Venezuela zu helfen“. 

Mehr zum US-Angriff auf Venezuela

Dem Sicherheitswärter Yeiner Benítez traten die Tränen in Augen, als er in Bogotá von den Zuständen in seinem Heimatland erzählte: „Dies waren sehr harte Jahre – Jahre des Hungers, der Misere und Folter, von verlorenen Freunden – Freunden, die verschwunden sind.“ Die Gefangennahme Maduros ist für ihn ein Ausdruck „göttlicher Gerechtigkeit“.

„Endlich endet diese Diktatur“

Auch in Madrid versammelten sich tausende Venezolaner zu einem Straßenfest, viele von ihnen mit der Flagge des Heimatlandes über den Schultern. „Er ist weg, er ist weg!“ rief die Menge über Maduro. „Endlich endet diese Diktatur“, sagte der 47-jährige Pedro Marcano, der in die Heimat zurückkehren will – so wie vermutlich viele der rund 400.000 Venezolaner, die in Spanien leben.

Vor einer Heimkehr „müssen die Dinge aber erst etwas klarer werden“, sagte Marcano unter Bezug auf die noch diffuse Lage in Venezuela. Trump hat angekündigt, dass die USA für eine Übergangszeit selbst das südamerikanische Land regieren würden. Andererseits ist die linksgerichtete Regierung nach der Gefangennahme Maduros nicht verschwunden – Maduros Stellvertreterin Delcy Rodríguez wurde noch am Samstag vom venezolanischen Obersten Gericht zur Interimspräsidentin ernannt. 

les/afp