Zehntausende Berlinerinnen und Berliner sind vom weiter anhaltenden Stromausfall im Südwesten der Stadt betroffen. Die Folgen: keine Heizung, kein Warmwasser. An Tag drei mit Ausnahmezustand liegen stellenweise die Nerven blank. So etwa bei Franca Lehfeldt, Ehefrau von FDP-Politiker Christian Lindner. Das Zuhause des Paares ist ebenfalls von der Stromversorgung abgekappt, wie Lehfeldt in einem Instagram-Post schreibt. Darin beklagt sie sich öffentlich über das Chaos – und den Berliner Senat.
In dem Post macht die 36-jährige Lehfeldt ihrem Ärger Luft. „Wie kann es in der Hauptstadt der Bundesrepublik sein, dass kritische Infrastruktur so leicht zugänglich ist, dass sie für Tage sabotiert werden kann?“, fragt die Ehefrau des Ex-FDP-Chefs. Lehfeldt stellt infrage, ob man Angriffe „staatlicher Akteure“ abwehren könne, wenn man „linksextremistische Wiederholungstäter“ nicht „in den Griff“ bekomme.
Lehfeldt kritisiert Berliner Regierung
Lobende Worte findet die Journalistin und Moderatorin für die Einsatzkräfte und Helfer aus der Nachbarschaft. Den Grund für die lang anhaltende Unterbrechung des Stroms sieht Lehfehldt eindeutig in der Politik und spricht vom „Versagen der Berliner Landesregierung“: „Für alles Mögliche wird öffentliches Geld eingesetzt, bei wesentlichen Fragen wie Sicherheit oder Bildung überzeugt der Staat den Steuerzahler nicht mehr.“
Im nächsten Absatz versucht die 36-Jährige, zwei politische Schwerpunkte gegeneinander auszuspielen. Denn sie übt Kritik daran, dass Berlin mit Bundesmitteln Millionen von Bäumen pflanzen will. „Das sollte man erst angehen, wenn die Stromversorgung in Berlin gegen Extremisten gesichert ist“, so Lehfeldt in ihrem Post.
Stromausfall in Berlin: Tausende Haushalte nach Brandanschlag betroffen
Seit Sonntag waren circa 45.000 Haushalte im Südwesten Berlins, vorrangig im Bezirk Steglitz-Zehlendorf, von der Stromversorgung abgeschnitten. Inzwischen haben etwa 14.500 Haushalte davon wieder Energie. Zu dem Ausfall hatte ein Brandanschlag auf eine Kabelbrücke über dem Teltowkanal, mutmaßlich durch die linksextremistische „Vulkangruppe“ verübt, geführt. Ein Bekennerschreiben, das von der Gruppe stammen soll, wird derzeit noch durch die Behörden ausgewertet. Derzeit versucht der Berliner Senat Ressourcen zu aktivieren. So werden derzeit unter anderem Notstromaggregate verteilt. Etwa, um die unterbrochenen S-Bahn-Linien S1 und S7 wieder durchweg fahren zu lassen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Auch andere Menschen machen ihrer Wut im Internet Luft. Viele beklagen, dass die Reparatur des Schadens zu viel Zeit in Anspruch nehme. Die zuständige Stromnetz Berlin GmbH arbeitet derzeit auf Hochtouren an der Wiederherstellung der Stromversorgung. Die Arbeiten seien jedoch komplex, hieß es. Voraussichtlich bis Donnerstag müssen viele Menschen in Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde noch ohne Strom auskommen.




