Ungewöhnlicher Vorstoß für einen Protest der Nato-Partner: Angesichts der neuen Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen Grönland hat die EU-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) die schnelle Einbestellung der US-Botschafter in allen Nato-Staaten gefordert. „Angesichts der Expansionslust von Trump, völkerrechtswidrig das geographische Einflussgebiet der Vereinigten Staaten zu vergrößern, müssen wir leider davon ausgehen, dass der US-Präsident auch keine Hemmungen hat, nach Grönland zu greifen“, sagte die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im EU-Parlament unserer Redaktion. „Das Unvorstellbare sollten wir in der EU genauso ernst nehmen wie in der Nato.“

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Strack-Zimmermann sagte weiter: „In Solidarität zu unserem Nachbarn Dänemark sollten alle Nato-Staaten schnellstmöglich ihre Empörung über die Gier nach Grönland zum Ausdruck bringen und die jeweiligen US-Botschafter einbestellen.“ Dazu brauche man Mut, fügte die FDP-Politikerin hinzu. „Wenn es aber alle Staaten machen, hat es eine deutlichere Wirkung, als wenn es nur vereinzelt passiert.“ Strack-Zimmermann warnte zugleich: „Nichts zu machen, um es sich mit Trump nicht zu verscherzen, verbunden mit der Hoffnung, der Spuk hätte bald ein Ende, wäre naiv und gefährlich.“

Die Einbestellung der US-Botschafter wäre unter Verbündeten ein sehr ungewöhnlicher Schritt, der in Washington wohl auf Gegenreaktionen stoßen würde. Trump hatte zuvor mit neuen Äußerungen Befürchtungen befeuert, dass er nach dem Einsatz gegen Venezuela jetzt eine mögliche Annexion Grönlands durch die USA ins Auge fasst.
„Wir werden uns in rund zwei Monaten um Grönland kümmern“, sagte Trump. „Wir brauchen Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit, und Dänemark wird nicht dazu in der Lage sein“, erklärte Trump weiter. „Lassen Sie uns in 20 Tagen über Grönland sprechen.“ In einem Telefoninterview mit dem US-Magazin „The Atlantic“ sagte er zuvor: „Wir brauchen Grönland, unbedingt. Wir brauchen es zur Verteidigung.“
Grönland gehört zum Königreich Dänemark, ist aber weitgehend autonom. Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen forderte Trump auf, seine „Drohungen gegen einen historischen Verbündeten“ einzustellen. Auch Grönlands Regierungschef Jens Frederik Nielsen wies Trumps Drohungen mit scharfen Worten zurück. Die Bundesregierung pochte am Montag auf die Einhaltung des Völkerrechts. „Grenzen dürfen nicht mit Gewalt verschoben“ und „Gebiete dürfen nicht zwangsweise annektiert werden“, sagte Vizeregierungssprecher Sebastian Hille in Berlin.





