Im Internet kann auf sogenannten Prognosemärkten auf fast alles gewettet werden: wer die nächste Wahl gewinnt, wer der nächste James Bond wird oder ob es an Weihnachten schneien wird. Und auch vor dem jüngsten US-Angriff auf Venezuela wurden auf Online-Plattformen Wetten auf eine mögliche Festnahme des venezolanischen Diktators Nicolás Maduro angeboten. Dabei auffällig: Kurz vor dem Beginn der Militäroperation am frühen Samstagmorgen wurden verdächtig hohe Wetten auf eine Abdankung und Festnahme Maduros abgeschlossen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Laut dem britischen „Guardian“ wettete ein neuer Nutzer am Freitag auf dem Prognosemarkt „Polymarket.com“ 30.000 US-Dollar auf eine dort angebotene Prognose, wonach Maduro bis zum 31. Januar 2026 nicht mehr Präsident Venezuelas sein werde. Am nächsten Tag, nach der Bekanntgabe der Aktion durch US-Präsident Donald Trump, habe er dem „Guardian“ zufolge einen Profit von rund 437.000 Dollar gemacht. Die Zeitung beruft sich auf öffentlich zugängliche Daten der Webseite.
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Die Wahrscheinlichkeit, dass Maduro Ende des Monats nicht mehr Präsident Venezuelas sein würde, wurde am 2. Januar um 16 Uhr deutscher Zeit mit 5,5 Prozent angegeben. Bis 7 Uhr am 3. Januar sei die Quote auf 11 Prozent, um 7.30 Uhr auf 28,5 Prozent und um 8.30 Uhr auf 56,5 Prozent gestiegen. Um 10.30 Uhr lag die Wahrscheinlichkeit dann bei nahezu 99 Prozent.
Eine Wette auf Polymarket, die sich auf eine mögliche Festnahme Maduros durch die USA bezog, habe ebenfalls zwei verdächtige Wetteinsätze kurz vor der Militäroperation angezogen. Die Gewinnchancen stiegen am Samstagmorgen rasant auf über 99 Prozent. Wer genau die Wetten abschloss und ob die Nutzer Trump oder Maduro nahestehen, ist bisher nicht bekannt.
Prognosemärkte funktionieren wie eine Börse für Meinungen und Wissen, auf der Menschen Anteile an der Wahrscheinlichkeit künftiger Ereignisse kaufen und verkaufen. Wer glaubt, dass ein Ereignis eintritt, kauft Anteile daran. Je mehr Menschen von einem Ausgang überzeugt sind, desto höher steigt der Preis für diesen Anteil. Die Preise der Anteile können so direkt als Wahrscheinlichkeiten interpretiert werden. Oftmals sind diese in Wahrscheinlichkeiten übersetzten Vorhersagen sogar genauer als die Meinung einzelner Experten. Trotzdem gelten die Märkte grundsätzlich als Glücksspiele.
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Bei dem Angriff der USA auf Venezuela sind laut Verteidigungsminister Pete Hegseth knapp 200 amerikanische Einsatzkräfte im Zentrum der Hauptstadt Caracas gewesen. Ob es sich dabei ausschließlich um Soldaten handelte, sagte er nicht. Die eigentliche Festnahme führte wohl die Spezialeinheit „Delta Force“ durch.
Früheren Angaben zufolge waren unter anderem die Bundespolizei FBI und Eliteeinheiten der Streitkräfte am Wochenende an der Gefangennahme von Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro und dessen Ehefrau beteiligt. US-Streitkräfte hatten in der Nacht zum Samstag Ziele in Venezuela angegriffen und dann beide außer Landes gebracht. Maduro wurde in New York unter anderem wegen Drogendelikten angeklagt. Am Montag musste der 63-Jährige vor Gericht erscheinen – er erklärte sich für nicht schuldig im Sinne der Anklage.











