Nach dem Tod des US-Bürgers Alex Pretti bei einem Einsatz der Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis nehmen Regierungsvertreter die Waffe des Krankenpflegers in den Fokus. Pretti trug die Handfeuerwaffe bei sich, als er einen ICE-Einsatz in der Großstadt im US-Bundesstaat Minnesota mit dem Smartphone filmte, um das Vorgehen der berüchtigten Einheit zu dokumentieren. Aufnahmen legen nahe, dass ein Beamter ihm die offenbar am Hosenbund getragene und geladene Waffe abnahm, bevor die tödlichen Schüsse auf Pretti fielen.

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Die Waffe ist ein Fabrikat des US-Herstellers Sig Sauer, genauer eine Pistole vom Typ P320 mit einem 9-Millimeter-Kaliber. US-Medienberichten zufolge zählt die Waffe zu den meistverkauften Pistolen in den USA. Sig Sauer selbst wirbt auf seiner Website damit, die Waffe sei „eine der begehrtesten Feuerwaffen“ auf dem Markt. Die P320 werde von allen Zweigen des US-Militärs sowie von Strafverfolgungsbehörden im ganzen Land genutzt.

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Alex Prettis Waffe soll nicht nur bei Einsatzkräften beliebt sein

In den USA ist eine Debatte um die Deutung des tödlichen Einsatzes entbrannt. Regierungsvertreter und Anhänger der Trump-Regierung geben Pretti die Schuld oder zumindest eine Mitschuld an seinem Tod, da er diese Waffe bei sich gehabt habe. Nutzer aus den sozialen Medien kritisieren etwa, dass Pretti eine „Military Style“-Waffe getragen habe, also eine militärische Pistole.

US-Präsident Donald Trump sagte dem „Wall Street Journal“: „Ich mag keine Schießereien. Ich mag sie nicht. Aber ich mag es auch nicht, wenn jemand zu einer Demonstration geht und eine sehr leistungsstarke, vollgeladene Waffe dabei hat, mit zwei Magazinen, die ebenfalls mit Kugeln geladen sind. Das ist auch nicht gut.“ US-Regierungsvertreter wie FBI-Direktor Kash Patel kritisierten, Pretti habe die Waffe nicht tragen dürfen: „Man kann nicht einfach eine mit mehreren Magazinen geladene Schusswaffe zu einer beliebigen Demonstration mitbringen. So einfach ist das.“

News aus den USA

Der Polizeichef von Minneapolis, Brian O’Hara, betonte, dass Pretti die entsprechende Erlaubnis besaß, die Waffe in der Öffentlichkeit zu tragen. Eine Vereinigung von Waffenbesitzern in Minnesota widersprach zudem Aussagen, der Getötete hätte die Pistole nicht bei einem Protest gegen den ICE-Einsatz dabeihaben dürfen: „Jeder friedliebende Einwohner von Minnesota hat das Recht, Waffen zu besitzen und zu tragen – auch bei Protesten, als Beobachter oder bei der Ausübung seiner Rechte gemäß dem Ersten Verfassungszusatz“, erklärte der Gun Owners Caucus von Minnesota.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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In einem Bericht der Boulevard-Zeitung „New York Post“ heißt es, die von Pretti getragene Waffe sei in den USA nicht nur bei Einsatzkräften beliebt, sondern auch bei privaten Waffennutzern. Die Webseite GunBroker.com listete die Pistole im Jahr 2023 als die am zweithäufigsten verkaufte Handfeuerwaffe in den USA, wie die Zeitung „The Minnesota Star Tribune“ berichtete. Demnach entsprach Prettis Exemplar jedoch in mehrfacher Hinsicht nicht einem Standardmodell der Waffe.

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Alex Pretti: In den USA gab es Klagen gegen den Hersteller seiner Waffe

Das US-Heimatschutzministerium veröffentlichte Fotos der Waffe, die Pretti gehört haben soll. Die Pistole liegt offenbar auf einem Autositz. Der Schlitten ist zurückgezogen, daneben liegt das geladene Magazin. Auffällig sind dem Bericht zufolge etwa das abnehmbare Visier und der individuell gestaltete Griff.

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    Die Zeitung befragte den Waffenexperten Joshua Harrison aus Huntington Beach in Kalifornien anhand der Bilder zu der Waffe, der diese als eine Pistole vom Typ P320 AXG Combat von Sig Sauer identifizierte. Harrison wies auf das Gewinde am Lauf hin. Dadurch könnten Zubehörteile wie ein Schalldämpfer oder ein Kompensator angebracht werden, die zur Geräuschdämpfung beziehungsweise zur Verbesserung der Genauigkeit dienen. „Das ist kein billiges Stück Mist“, sagte Harrison der Zeitung.

    Dem Bericht zufolge kostet die Pistole in der Ausführung etwa 1300 US-Dollar, umgerechnet knapp 1100 Euro. Der „New York Post“ zufolge gab es jedoch in der Vergangenheit Klagen gegen Sig Sauer, weil sich in mehreren Fällen unkontrolliert Schüsse aus der Waffe gelöst hatten.