Durchbruch bei Münchner Rüstungs-Start-up: Das deutsch-britische Verteidigungs- und Raumfahrtunternehmen Hypersonica hat den ersten Testflug seiner neuen Hyperschallrakete erfolgreich durchgeführt. Das hat das Start-up am Dienstag überraschend bekannt gegeben. Am 3. Februar habe der Test auf der Raketenbasis Andøya Space in Norwegen stattgefunden. Damit sei man das erste privat finanzierte europäische Unternehmen, das diesen Meilenstein erreicht habe. „Dies ist ein stolzer Moment für die europäische Verteidigungsinnovation“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

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Auf Basis der neuen Technologie soll bis 2029 die „Hyperschall-Angriffsfähigkeit Europas“ gewährleistet werden. Dafür habe man mit dem gelungenen Testflug einen „wichtigen Meilenstein“ erreicht, heißt es von den Mitgründern Philipp Kerth, Chief Executive Officer, und Marc Ewenz, Chief Technology Officer.
Hyperschallrakete fliegt 7400 km/h schnell: Deutsch-britischem Start-up gelingt Durchbruch
Der Raketen-Prototyp namens HS-1 soll auf über Mach 6 beschleunigt worden sein, das entspricht einer Geschwindigkeit von mehr als 7400 Kilometern pro Stunde. Die Reichweite der neuen Rakete betrug dem Unternehmen zufolge mehr als 300 Kilometer, teilte Hypersonica weiter mit. Alle Systeme hätten demnach während des Aufstiegs und beim anschließenden Wiedereintritt in die Atmosphäre „einwandfrei“ gearbeitet.
Details zur Rakete gab das Unternehmen nur wenige bekannt. Nach Informationen des Start-ups ist die Rakete mehrere Meter lang und schwerer als eine Tonne. „Unser Testflug lieferte wertvolle Datensätze, die in die Konstruktion und Entwicklung zukünftiger Hochgeschwindigkeits-Angriffssysteme einfließen und unsere Fähigkeit zur Analyse gegnerischer Waffenprofile verbessern werden“, sagten die beiden Mitgründer.
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Hyperschall sei in Europa seit mehr als 30 Jahren vernachlässigt worden, sagte Kerth der Deutschen Presseagentur. „Europa hat keine 20 Jahre Zeit, und wir haben keine 20 Milliarden.“ US-Milliardär Elon Musk und dessen Raumfahrtunternehmen SpaceX hätten gezeigt, dass sich die Entwicklungszeit von Raketen sehr stark beschleunigen lasse. „Die haben Entwicklungszeit und -aufwand um 80 bis 90 Prozent reduziert“, sagte Kerth. „Das übertragen wir jetzt auf den Hyperschallbereich. Für uns ist es ein riesiger Erfolg, in so kurzer Zeit zur Erprobung des ersten Prototyps gekommen zu sein.“
Das Start-up soll die Rakete in einem herausragenden Tempo entwickelt haben. „Wir haben von der ersten Zeichnung bis zum fertigen Prototypen nur neun Monate gebraucht“, sagte Mitgründer und Vorstandschef des Start-ups, Philipp Kerth, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ). Das Unternehmen besteht erst seit dem Jahr 2023. Hauptsitz ist in München, es gibt außerdem eine Tochtergesellschaft in London.
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Nur sehr wenige Staaten verfügen über Hyperschallraketen oder entwickeln diese – darunter China, Russland oder die USA. Hyperschallraketen sind rasant, fliegen in großer Höhe und sind nach Schätzung der Nato schwer abzufangen. Militärs und Rüstungsexperten debattieren seit Jahren, ob und inwieweit Hyperschallraketen die bisherigen militärischen Kräfteverhältnisse zwischen den USA und Europa einerseits und China und Russland andererseits verändern werden.
Das Unternehmen hat eigenen Angaben zufolge in einer neuen Finanzierungsrunde weitere 23,3 Millionen Euro für die Entwicklung der Rakete eingesammelt. Geldgeber sind neben dem Venture-Capital-Fonds Plural auch die Bundesagentur für Sprunginnovationen (Sprind), der US-amerikanische Investor General Catalyst und der europäische Fonds 201 Ventures.
mit dpa









