Reza Asghari kennt das Regime in Teheran von innen, von seiner brutalen Seite. Die iranischen Revolutionsgarden sperrten ihn in den 1980er-Jahren in eines ihrer berüchtigten Foltergefängnisse. Asghari hatte mehrfach demonstriert, nahm an regimekritischen Gesprächskreisen teil. Da war Asghari gerade erst 20 Jahre alt, musste damals sein Studium abbrechen und kam mehr als zwei Jahre hinter Gitter.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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1987 floh Asghari aus dem Iran nach Deutschland, heute lebt er in Niedersachsen und ist Abgeordneter der CDU im Bundestag. „Deutschland ist in den Augen des Mullah-Regimes das Böse schlechthin“, sagt der gebürtige Iraner. Die Bundesregierung habe „die Federführung bei der Terrorlistung der iranischen Revolutionsgarden“, erklärt Asghari. Die Beziehungen beider Länder sind angespannt.

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Das färbt auch auf die Arbeit der Deutschen Botschaft ab. „Die Visastelle der Deutschen Botschaft in Teheran ist vorübergehend geschlossen“, heißt es auf Nachfrage unserer Redaktion aus dem Außenministerium. Dies treffe auch auf den externen Dienstleister der Botschaft im Visumverfahren, TLScontact, zu. Auch das Büro dieser Firma sei „vorübergehend geschlossen“. Bereits gestellte Visumanträge würden „soweit möglich“ bearbeitet, abgesagte Termine für die Beantragung eines Visums würden nachgeholt. „Neue Termine werden derzeit nicht vergeben“, so das Auswärtige Amt.

Das Außenministerium hob auf Nachfrage hervor, dass „die Arbeitsfähigkeit der Deutschen Botschaft in Teheran“ seit Juni 2025 „erheblich eingeschränkt“ sei. Durch Druck der iranischen Regierung und die aktuellen Entwicklungen in dem Land sei das Personal in der Botschaft „nochmals reduziert“ worden. „Die Kommunikationsmöglichkeiten sind massiv beschränkt“, heißt es zudem aus dem Auswärtigen Amt.

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Das Gebäude der Deutschen Botschaft in Iran, Teheran. © Anadolu Agency via Getty Images | Anadolu

Das Außenministerium hebt hervor: Die Menschenrechtsituation in Iran ist „desolat“

Im laufenden Jahr hat die Botschaft in Teheran bisher 1300 Visa ausgegeben. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 23.400 – vor allem im zweiten Halbjahr 2025 ist die Zahl der vergebenen Visa durch die Botschaft in Iran deutlich zurückgegangen. Zum Vergleich: 2024 hatte die Botschaft noch insgesamt 46.600 Visa vergeben.

Das Außenministerium hob hervor, dass die Menschenrechtsituation im Iran „desolat“ sei – dies habe sich „erneut in der brutalen Reaktion des Sicherheitsapparats im Rahmen der Proteste und deren blutiger Niederschlagung im Januar“ gezeigt. Regimegegner würden „systematisch verfolgt, verhaftet und mit hohen Haftstrafen bis hin zur Todesstrafe belegt“, heißt es aus dem Auswärtigen Amt. 

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    Die USA hatten im Juni 2025 an der Seite Israels in den sogenannten „Zwölf-Tage-Krieg“ eingegriffen. US-Präsident Donald Trump hatte seitdem mehrfach mit einem erneuten militärischen Einsatz im Iran gedroht, zuletzt während der Niederschlagung der jüngsten Massenproteste.

    Die Proteste im Iran hatten am 28. Dezember begonnen. Sie entzündeten sich an der schlechten Wirtschaftslage, weiteten sich aber rasch zu einer Massenbewegung gegen die religiöse und politische Führung der Islamischen Republik aus, bevor sie blutig niedergeschlagen wurden. Teile der Evangelischen Kirche halten mehr legale Wege von Menschen aus dem Iran nach Deutschland für notwendig – darunter etwa humanitäre Visa. Flüchtlingsräte aus mehreren Bundesländern hatten zuletzt einen bundesweiten Abschiebestopp für den Iran gefordert. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) will weiterhin Straftäter in das Land abschieben.

    „Wir wissen alle nicht, ob die Amerikaner in den nächsten Wochen zuschlagen. Es ist gerade für alle Beteiligten sehr schwer, zu planen“, sagt der CDU-Politiker Asghari. Mit Blick auf die Arbeit in der Deutschen Botschaft sagt er: „Sie versuchen zu helfen, wo es geht.“