Thüringens Finanzministerin Katja Wolf (BSW) begrüßt die Einigung im Tarifstreit für den öffentlichen Dienst. „Die Ergebnisse der Tarifverhandlungen stellen einen ausgewogenen Kompromiss dar, der den Interessen beider Seiten gerecht wird“, so Wolf.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Die Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder sollen in drei Schritten insgesamt 5,8 Prozent mehr Geld bekommen. Darauf einigten sich die Gewerkschaften Verdi und Beamtenbund dbb mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) nach tagelangen Tarifverhandlungen, wie beide Seiten in Potsdam mitteilten. Der neue Tarifvertrag soll 27 Monate laufen, bis zum 31. Januar 2028. Weitere Warnstreiks oder gar ein unbefristeter Streik sind damit vom Tisch.
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Die Erhöhung soll nach Angaben der Gewerkschaft mindestens 100 Euro im Monat ausmachen. Nachwuchskräfte sollen 150 Euro mehr bekommen. Die Arbeitsbedingungen im Osten sollen den West-Regelungen angeglichen werden, sowohl beim Kündigungsschutz als auch bei der Verringerung der Arbeitszeit an den drei ostdeutschen Unikliniken in Rostock, Greifswald und Jena. Die Zulage für Schichtdienste steigt auf monatlich 100 Euro. Die Wechselschichtzulage steigt auf 200 Euro im Monat, in Krankenhäusern auf 250 Euro.
„Diese Einigung ist mir besonders wichtig. Ich freue mich sehr, dass 36 Jahre nach der Wiedervereinigung nun endlich ein Durchbruch bei der Ost-West-Angleichung der Arbeitszeit der Beschäftigten an Universitätskliniken erreicht wurde. Damit erhält die so wichtige Arbeit, die in unserem Universitätsklinikum in Jena geleistet wird, die verdiente Anerkennung“, so die Finanzministerin.
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Tarifabschluss belastet Thüringen bis 2028
Der Tarifabschluss kostet den Freistaat Thüringen im Jahr 2026 rund 35 Millionen Euro, im Jahr 2027 rund 71 Millionen Euro und im Jahr 2028 rund 95,5 Millionen Euro, heißt es aus dem Finanzministerium. „Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst erbringen hervorragende Leistungen, und Thüringen braucht eine starke Verwaltung. Um auch in Zukunft qualifiziertes Personal zu gewinnen und zu binden, ist es entscheidend, dass wir auch für den Nachwuchs deutliche Fortschritte erzielt haben“, so Wolf.
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Verdi-Verhandlungsführer Frank Werneke nannte die Verhandlungen mit den Ländern „so schwierig wie lange nicht mehr“. Am Ende sei das Niveau wie im Tarifvertrag für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen im vergangenen Jahr erreicht worden. Für die Gewerkschaften galt ein schlechterer Abschluss als unannehmbar. Der Chef des Beamtenbundes, Volker Geyer, sprach von einem „tragfähigen Kompromiss“.
Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst erbringen hervorragende Leistungen, und Thüringen braucht eine starke Verwaltung.
Katja Wolf (BSW), Thüringer Finanzministerin
Die Gewerkschaften forderten ursprünglich sieben Prozent mehr Einkommen, mindestens 300 Euro mehr im Monat. Die Länder-Tarifgemeinschaft hatte ihr Angebot zuletzt auf „mehr als fünf Prozent“ beziffert. Die Gewerkschaften wollten mit zwölf Monaten auch eine viel kürzere Laufzeit. Letztlich setzten sich die Arbeitgeber dabei weitgehend durch.
Verhandlungen bis in die Nacht
Eigentlich sollte die dritte und letzte Verhandlungsrunde, die am Mittwoch begonnen hatte, bereits am Freitag enden. Doch zogen sich die strittigen Gespräche bis zum Samstag. „Es waren sehr zähe Verhandlungen mit wenig Schlaf“, sagte Geyer.
mit dpa





























