Der US-amerikanische Rüstungsriese Lockheed Martin hat in der vergangenen Woche eine neue Unterwasserdrohne vorgestellt, die die autonome Kriegsführung revolutionieren soll. Die Drohne mit dem Namen Lamprey Multi-Mission Autonomous Undersea Vehicle (kurz: Lamprey MMAUV) kann ihre Batterien laut Herstellerinformationen durch einen eingebauten Schleppgenerator unterwegs aufladen, indem sie die kinetische Energie des Wassers in elektrische Energie umwandelt. Dadurch bleibt sie auch bei längeren Operationen einsatzfähig.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Die Unterwasserdrohne wurde laut Hersteller dafür entwickelt, feindliche Streitkräfte auf See zu stören, zu täuschen und gezielt anzugreifen. Demnach habe das neue autonome Unterwasserfahrzeug in mehreren Tests und Übungen seine Fähigkeiten bewiesen. Sogar Luftdrohnen – sowohl Aufklärungs- als auch Kampfdrohnen – soll die neue Wunderwaffe starten können: Auf Videos des Herstellers ist zu sehen, wie die Unterwasserdrohne dafür an der Wasseroberfläche schwimmt und eine Startvorrichtung für die Drohnen ausfährt.
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Unterwasserdrohne von US-Hersteller wird zum „blinden Passagier“
Mit einem Anker kann sie sich außerdem an Schiffe und U-Boote andocken. Diese Eigenschaft handelt der Unterwasserdrohne gleich mehrere Spitznamen ein: Sie wird als „Parasiten-Drohne“, „blinder Passagier“ oder auch „Anhalter-Drohne“ bezeichnet. Außerdem bewirbt der weltweit führende Luft- und Raumfahrtkonzern sie als „schwimmenden Werkzeugkasten“.
Denn Lamprey MMAUV verfügt über einen Stauraum, der laut Hersteller 24 Kubikfuß (rund 0,68 Kubikmeter) groß ist. Darin kann die Unterwasserdrohne etwa Torpedos, Drohnen und Ortungssensoren mitführen und so feindliche Schiffe angreifen, beobachten und orten. Auch Tauschkörper – also Geräte, die feindliche Sensoren oder Kommunikationssysteme stören – können darin verstaut werden.
Lockheed Martin entwickelt neue „Parasiten-Drohne“
Der Hersteller feiert die neue Unterwasserdrohne als Innovation. „Der moderne Kriegsschauplatz erfordert Plattformen, die sich verstecken, anpassen und dominieren können“, sagte Paul Lemmo, Vizepräsident und Geschäftsführer der Abteilung Sensors, Effectors & Mission Systems bei Lockheed Martin. „LampreyMMAUV wurde intern finanziert, sodass wir blitzschnell iterieren und der Marine eine echte Multimissionswaffe zur Verfügung stellen konnten, die selbstständig erkennt, stört, ablenkt und angreift.“
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Auch Militärexperten sehen in der neuen Unterwasserdrohne den Vorteil, dass dadurch die U-Boot-Flotten nicht vergrößert werden müssen. Viele Informationen gibt der Hersteller nicht über das neue Fahrzeug. Weder Größe, Gewicht noch Kosten werden offengelegt – Lockheed Martin lobt lediglich die „deutlich geringeren Kosten“ gegenüber bemannten Systemen.







