Die US-Demokratin und ehemalige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton hat in einem Interview mit dem „Spiegel“-Magazin ihren Mann Bill Clinton und seinen Kontakt zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein verteidigt. Er habe ihm nicht nahegestanden, sagte Clinton. „Er hat ein paar Mal Epsteins Flugzeug genommen, um karitative Projekte zu besuchen, und das war Jahre, bevor Epstein schuldig gesprochen wurde.“ Epstein habe seine Verbrechen verheimlicht, bis er verurteilt worden sei, so Clinton.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Außerdem betonte die Politikerin, dass tausende Menschen – auch bekannte – in den Akten erwähnt worden seien. Auch von ihrem Mann tauchen Fotos darin auf, sein Name wird mehrmals in Dokumenten erwähnt. „Eine Erwähnung sollte nicht dazu verleiten, irgendwelche Schlüsse zu ziehen, denn dafür braucht es Beweise“, mahnte sie.
Epstein-Akten: Hillary Clinton verteidigt Ehemann – „stand ihm nicht nahe“
Dennoch weckt ihr Verhalten Erinnerungen an die aufsehenerregende Affäre, in die ihr Mann einst verwickelt war: Auch vor mehr als 25 Jahren, als das Verhältnis zwischen dem damaligen US-Präsidenten und einer 27 Jahre jüngeren Praktikantin des Weißen Hauses, Monica Lewinsky, ans Licht kam, verteidigte Hillary Clinton ihren Ehemann in der Öffentlichkeit, sprach gar von einer politischen Kampagne gegen ihn. Später gab Bill Clinton zu, eine unangebrachte Beziehung zu Lewinsky gehabt zu haben.
Zu ihrem eigenen Verhältnis zu Epstein äußerte sich Hillary Clinton in der ARD-Talksendung „Maischberger“, die am Mittwoch im TV ausgestrahlt wird. „Ich habe ihn nie getroffen“, stellte sie dort klar. Dass sie Epstein begegnet sein könnte, schloss sie allerdings nicht aus. „Jemand sagte, ich hätte ihm einmal bei einem Empfang die Hand geschüttelt, aber daran kann ich mich nicht erinnern“, sagte die US-Demokratin im Gespräch mit Sandra Maischberger.
News aus den USA
Clintons zu Epstein-Akten: „Haben gefordert, alle Akten im Fall Epstein freizugeben“
In Bezug auf die Aufklärung zu Jeffrey Epstein hätten sie und ihr Mann Bill Clinton immer gefordert, „alle Akten im Fall Epstein freizugeben“, sagte Clinton dem „Spiegel“. Ein entsprechendes Gesetz sei von dem republikanisch dominierten Kongress verabschiedet und von Trump unterzeichnet worden, so die Politikerin. „Wenn es etwas gibt, für das jemand belangt werden sollte – dann sollte das auch passieren. Dann hätten die Menschen weniger das Gefühl: Es gibt ein Gesetz für diese Leute – und eins für alle anderen.“
Im Interview mit der BBC warf Clinton dem heutigen US-Präsidenten Donald Trump „Vertuschung“ im Epstein-Fall vor: „Geben Sie die Akten endlich frei. Sie verzögern die Sache“, sagte die ehemalige US-Außenministerin der BBC am Dienstag in Berlin, wo Clinton am „World Forum 2026“ teilnahm. Denn die Akten, die Anfang des Monats freigegeben wurden, sind in Teilen geschwärzt. Am 26. Februar wird Hillary Clinton vor dem US-Kongressausschuss zum Epstein-Fall aussagen, einen Tag später ist die Anhörung ihres Mannes Bill Clinton. Die Clintons hatten eine Aussage zunächst verweigert.
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Auch im Gespräch mit dem „Spiegel“ schoss Clinton gegen Trump, nannte sein Verhalten im Ukraine-Krieg und unzureichende Waffenlieferungen an die Ukraine „schändlich“. Mit mehr militärischer Unterstützung, so Clinton, könnte die Ukraine „nicht nur standhalten, sondern ein besseres Ergebnis in diesem Konflikt erzwingen“. Doch Trump habe Russlands Präsidenten Wladimir Putin nie ernsthaft kritisiert, „weil er Macht bewundert, die keiner Kontrolle und Rechenschaft unterliegt.“
Neben seiner Außenpolitik kritisierte Clinton auch die Innenpolitik Trumps. Seine Regierung versuche, „die demokratischen Errungenschaften rückgängig zu machen, den Rechtsstaat zu untergraben und unsere Institutionen zu schwächen.“ Außerdem erlaube sie ICE-Beamten, „außerhalb des Rechts zu agieren“. Doch etwas mache ihr auch Hoffnung, sagte sie: dass die Zustimmungswerte für Donald Trump im ganzen Land „dramatisch gesunken“ seien.
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Zu dem zerrütteten Verhältnis zwischen Europa und den USA äußerte sich die ehemalige Präsidentschaftskandidatin ebenfalls. „Man muss den Beleidigungen und der Untergrabung europäischer Werte durch Trump etwas entgegensetzen.“ Doch sie gibt sich zuversichtlich. Nach dem Besuch der Münchner Sicherheitskonferenz sei sie optimistisch, dass „einige europäische Staats- und Regierungschefs Trump nicht nur rhetorisch Kontra geben“.











