Drei Millionen Akten, die große Namen offenbaren. Microsoft-Gründer Bill Gates etwa oder die norwegische Kronprinzessin Mette Marit. Dazu Prinz Andrew und seine Ex-Frau Sarah Ferguson, die Diplomatin Mona Juul und auch der frühere britische Wirtschaftsminister Peter Mandelson. Etliche Prominente aus Politik und Wirtschaft, Adelshäusern und sonstigen Glanz- und Glamour-Welten dürften in diesen Tagen zittern, ob sie sich auch noch für ihre Bekanntschaft mit dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein rechtfertigen müssen. Doch wer denkt an die Opfer des Missbrauchs?

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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„Ich war schockiert, dass alle so schockiert waren“, erinnert sich Lena Jensen an den Moment vor gut zwei Wochen, als sie beschloss: Jetzt ist es Zeit für eine große Aktion, die wachrüttelt. Die den Blick lenkt auf Opfer wie sie, die schwer missbraucht wurde, als sie noch ein Kindergartenkind war.
Missbrauch – Drei Frauen erzählen ihre Geschichten
Lena Jensen ist Finanzberaterin. Doch die Hälfte ihrer Zeit widmet sie als Content Creatorin den sozialen Netzwerken, um über sexuellen Missbrauch aufzuklären. 475.000 Menschen folgen ihr, viele mit eigener Missbrauchsgeschichte. Jensen ist vernetzt mit Katha Rosa, der Sängerin, die in ihren Texten verarbeitet, dass ihr Stiefvater sie immer wieder missbrauchte. Und mit der 22-jährigen Studentin Aliena Bartel, die sich in ihrer Kindheit nicht den Übergriffen in ihrem unmittelbaren Umfeld entziehen konnte. Lena Jensen trommelt sie und sechs weitere Mitstreiterinnen zusammen für eine gemeinsame Aktion.
Sexueller Missbrauch: Betroffene Frauen starten gemeinsame Aktion
Und dann treffen sich Lena Jensen, Aliena Bartel und Katha Rosa zum ersten Mal nicht nur virtuell, sondern in Person. Es schneit an diesem Februartag vor dem Kanzleramt, in anderen Bundesländern klingt noch der Karneval aus. Sie halten Plakate hoch, auf denen Kinderbilder von ihnen sind. Katha Rosa singt über ihren Missbrauch, Aliena Bartel trägt einen Text vor. „Wir werden laut und wir werden kämpfen“, ruft Lena Jensen der Menschenmenge zu. Hunderte sind gekommen, viele selbst Opfer.
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Nach der Aktion machen sie Lena Jensen, Aliena Bartel und Katha Rosa auf in diese Redaktion. Sie wollen erzählen, sich öffnen – und zuhören. Sie wissen noch nicht, was der anderen widerfahren ist, sie haben sich ja gerade erst zum ersten Mal getroffen. Was alle drei eint: der entschlossene Blick. Und dann das Entsetzen in den Augen, als sie die Geschichte der anderen hören. Hier die Protokolle.








