US-Präsident Donald Trump hat sich erneut kritisch über den Plan Großbritanniens geäußert, die strategisch wichtigen Chagos-Inseln an Mauritius zurückzugeben. „Gebt Diego Garcia nicht auf!“, schrieb Trump am Mittwoch auf seiner Plattform „Truth Social“. Diego Garcia ist das nach Landfläche größte Atoll des Chagos-Archipels im Indischen Ozean. „Dieses Land sollte Großbritannien nicht weggenommen werden.“ Andernfalls wäre dies „eine Schande für unseren großen Verbündeten“, so Trump.
Er begründete sein Interesse für die Zukunft der Inseln mit einem möglichen Angriff auf den Iran, sollten die Atomgespräche mit Teheran scheitern. US-Streitkräfte würden dann womöglich den gemeinsam mit Großbritannien genutzten Militärstützpunkt auf der Chagos-Insel Diego Garcia nutzen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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„Premierminister Starmer sollte auf keinen Fall die Kontrolle über Diego Garcia verlieren“, schrieb Trump. „Wir werden immer bereit, willens und in der Lage sein, für Großbritannien zu kämpfen, aber sie müssen angesichts von Wokeism und anderen Problemen stark sein. Gebt nicht Diego Garcia weg!“
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Chagos-Inseln: Trump kritisiert Rückgabe als „dumm“
Das Abkommen zur Rückgabe der Chagos-Inseln im Indischen Ozean war im Mai vergangenen Jahres vom britischen Premierminister Keir Starmer unterzeichnet worden. Das Abkommen sieht vor, dass Großbritannien den etwa 2000 Kilometer nordöstlich von Mauritius gelegenen Archipel an seine ehemalige Kolonie zurückgibt. Für den dortigen US-britischen Militärstützpunkt wurde für den Zeitraum von hundert Jahren eine Pacht vereinbart.
Trump hatte bereits im Januar die Rückgabe der Chagos-Inseln als „dumm“ kritisiert. Nach einem Gespräch mit Starmer akzeptierte er das Abkommen – vollzog nun aber wieder eine Kehrtwende. Das US-Außenministerium hatte erst am Dienstag erklärt, die USA würden die Entscheidung Großbritanniens „unterstützen“, das Abkommen umzusetzen. Trumps Sprecherin Karoline Leavitt sagte am Mittwoch auf diesen Widerspruch zu den neuesten Äußerungen des US-Präsidenten angesprochen, der Truth-Social-Post sei direkt von Trump gekommen und sollte als die Position der US-Regierung angesehen werden.
News aus den USA
Trump will für möglichen Angriff auf Iran Basis in Großbritannien nutzen
Trump stellte in seinem Truth-Social-Post eine direkte Verbindung zwischen dem Abkommen über die Chagos-Inseln und dem Konflikt mit dem Iran her. Sollte Teheran sich einer Vereinbarung im Atomstreit widersetzen, müssten die USA womöglich „einen möglichen Angriff durch ein höchst instabiles und gefährliches Regime ausschalten“.
Dafür seien womöglich der Stützpunkt auf Diego Garcia und eine Luftwaffenbasis in Großbritannien nötig. Der Iran könnte Großbritannien oder ein anderes befreundetes Land angreifen wollen, schrieb Trump. Für den Verteidigungsfall solle dann auch der Flugplatz in Fairford im Südwesten Großbritanniens genutzt werden. Trump stellte in Aussicht, dass sich ein Angriff auch „möglicherweise gegen das Vereinigte Königreich und andere befreundete Länder richten würde“.
Der US-Präsident hat immer wieder mit Angriffen auf den Iran gedroht. Am Dienstag hatte in Genf eine zweite Runde indirekter Gespräche zwischen den USA und dem Iran zu Teherans Atomprogramm stattgefunden.
os/afp









