Nach heftiger Kritik rund um ein KI-Video, das im ZDF-„heute journal“ ungekennzeichnet ausgestrahlt wurde, hat sich der langjährige Moderator Claus Kleber zu Wort gemeldet – und seine ehemalige Kollegin verteidigt: „Ihr ist ein schlimmer Fehler passiert, wie er in unserem Geschäft auch den Besten passieren kann“, so der ehemalige Kleber über die US‑Korrespondentin Nicola Albrecht, die nach dem Vorfall abberufen wurde. „Ich weiß, wovon ich spreche“, sagte Kleber dem „Tagesspiegel“.
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Die Korrespondentin hatte nach ZDF-Angaben für die Redaktionen „Mittagsmagazin“ und „heute journal“ über die Angst von Kindern unter anderem in New York vor den Festnahmen der amerikanischen ICE-Behörde berichtet. Der Beitrag für das „Mittagsmagazin“ sei nicht zu beanstanden gewesen, sei jedoch von der Korrespondentin für das „heute journal“ angepasst worden. „In der neuen Fassung verwendete sie zwei Videoszenen aus dem Netz“, hieß es in der Mitteilung. Davon habe eine Szene aus einem völlig anderen Kontext gestammt, die andere Szene sei KI-generiert gewesen. Bei der Überprüfung sei man zu dem Schluss gekommen, dass „die Verstöße gegen ZDF-Richtlinien und journalistische Standards so schwer wiegen“, weshalb Albrecht abberufen wurde.
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Claus Kleber: Aufgabe „dass sich in den Redaktionen nicht das Gift der Angst breitmacht“
Kleber, der selbst lange Jahre als Korrespondent in den USA gearbeitet hatte, sagte der Zeitung weiter: „Nicola Albrecht ist eine tadellose, aufrechte Kollegin, die sich stets die schwierigsten Regionen ausgesucht hat: das Heilige Land, China, Brandenburg, jetzt Trumps Amerika.“ Es sei Aufgabe der ZDF-Führung, „dass sich in den Redaktionen nicht das Gift der Angst breitmacht.“ Für die Journalisten vor Ort forderte Kleber: „Es gilt, den Rücken breit zu machen und dafür zu sorgen, dass professionelle Journalisten furchtlos ihrer Arbeit weitermachen können.“

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Lobende Worte fand der 70-Jährige für die Ankündigung, dass der Sender nun einen Maßnahmenkatalog erarbeiten will, damit künftig journalistische Standards besser eingehalten werden. Das ZDF hatte sich mit der Veröffentlichung des KI-generierten Videos viel Kritik eingehandelt: Kulturstaatsminister Wolfram Weimer sprach etwa von einem „unangenehmen Vorgang“. Nachdem der Fall bekannt wurde, hatte der Sender zunächst den Beitrag in der Mediathek angepasst – und sich für fehlende Kennzeichnungen entschuldigt. Erst später war von „handwerklichen Fehlern“ die Rede. Am Freitag folgte dann die Abberufung der US-Korrespondentin.
daw mit dpa






