Seit Monaten ringen Union und SPD um eine Erneuerung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), das im Volksmund auch Heizungsgesetz genannt wird. Wie sieht die neue Förderkulisse beim Austausch von alten Öl- und Gasheizungen aus? Wird es bei der von der Ampel-Regierung unter Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) ins Gesetz implantierten Öko-Vorgabe bleiben? Dass bei Heizungen in Neubauten 65 Prozent der Energie aus „Erneuerbaren“ stammen müssen? Bleiben die Zuschüsse – beispielsweise bei Wärmepumpen – bei bis zu 70 Prozent?

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Am Sonntag hatten die Fraktionschefs Jens Spahn (Union) und Matthias Miersch (SPD) in der ARD endlich ein Datum genannt: Diese Woche sollen die Eckpunkte der Gesetzesreform vorgestellt werden. Nimmt man den Sitzungsplan des Bundestages als Orientierung, könnten am späten Mittwochabend Details des Entwurfs bekannt werden. „Die Gerüchteküche ist sehr aktiv“, sagte Björn Schreinemacher vom Bundesverband Wärmepumpe, aber Eckdaten des Papiers habe er auch noch nicht. Verbände nutzten die Zwischenzeit, um ihre Forderungen an ein neues GEG zu wiederholen.
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„Damit die Reformen belastbar und rechtssicher sind, darf das GEG laut einem im August 2025 erstellten Rechtsgutachten von uns nach der Überarbeitung nicht an Wirksamkeit für den Klimaschutz einbüßen“, sagte Schreinemacher. Die Förderung müsse „so stabil“ wie möglich gehalten werden. Dass dies so kommt, ist zweifelhaft, nachdem CSU-Chef Markus Söder die Wärmepumpenförderung als „völlig überdimensioniert“ bezeichnet hatte. Auch in der Industrie macht man sich Sorgen. Jan Brockmann, Geschäftsführer des Herstellers Bosch Home Comfort Group, sagte: Für eine Akzeptanz der Wärmewende bräuchten die Haushalte eine verlässliche Förderung: „Bleibt die 65-Prozent-Regelung bestehen und sinkt parallel die Förderung, würde dies den deutschen Heizungsmarkt empfindlich treffen und die Nachfrage weiter drosseln.“
Das vergangene Jahr war ein Flop für die Heizungsbauer
Schon 2025 war mit einem Absatz von nur 627.000 Anlagen das schlechteste Jahr für die Heizungsbranche seit 15 Jahren. Die Bosch-Gruppe hat eine repräsentative Umfrage bei dem Institut Innofact in Auftrag gegeben: Demnach seien 84,4 Prozent der Immobilienbesitzer „verunsichert oder warten ab“ mit einem Heizungstausch. Dabei gebe es 18 Millionen veraltete Heizungen in Deutschland. Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge würde am liebsten alles beim Alten belassen. Um das GEG habe man ja lange gerungen: „Aus meiner Sicht ist es ein gut abgewogenes Gesetz, das einfach in dieser Form bestehen bleiben sollte“, sagte Dröge dem Sender RBB24 Inforadio.
Der Newsletter „Table Media“ will erfahren haben, dass die Koalition die 65-Prozent-Quote kippen will und dafür im Gegenzug eine sogenannte Grüngasquote einführen will. Dabei werden Gasversorger verpflichtet, dem fossilen Gas schrittweise erneuerbares Gas wie Biomethan – oder begrenzt Wasserstoff – beizumischen. Die Grünen laufen jetzt schon Sturm gegen eine solche Vorgabe, dadurch würden nur wieder neue Gasheizungen verbaut. Nach Ansicht der Grünen sollte das rare grüne Gas Industriezwecken vorbehalten bleiben. „Eine solche Luxusgasquote macht das Heizen für Verbraucher und Verbraucherinnen teuer und treibt sie in eine fossile Heizkostenfalle“, sagt die grüne Vizefraktionschefin Julia Verlinden. „Die Abhängigkeit von Importen von Trumps Flüssiggas wird durch die Quote erhöht, statt sie zu reduzieren. Davon profitiert nur die Gaslobby.“ Ob das so kommt, wissen die Grünen aber auch noch nicht. Man habe „nichts Schwarz auf Weiß“.







