Der langjährige norwegische Minister Børge Brende tritt in seiner Funktion als Chef des Weltwirtschaftsforums von Davos zurück. „Wir möchten Børge Brende unseren aufrichtigen Dank für seine bedeutenden Beiträge zum Weltwirtschaftsforum aussprechen“, gaben die Co-Vorsitzenden in einer Stellungnahme bekannt. Man respektiere seine Entscheidung, zurückzutreten. Interimsweise soll Alois Zwinggi übernehmen, bevor ein Nachfolger gefunden wird.
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Wenige Wochen zuvor war eine unabhängige Untersuchung über seine Beziehung zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein eingeleitet worden. Brende hatte zunächst bestritten, Kontakt zu Epstein gehabt zu haben. Doch dann tauchte sein Name mehrmals in den vom US-Justizministerium veröffentlichten Akten auf. Demnach traf er sich mit dem verurteilten Sexualstraftäter zu Geschäftsessen und kommunizierte mit ihm über SMS und E-Mail – und zwar nach Epsteins Verurteilung.
„Nach reiflicher Überlegung habe ich mich entschlossen, als Präsident und CEO des Weltwirtschaftsforums zurückzutreten. Meine Zeit hier, die sich über 8,5 Jahre erstreckte, war äußerst bereichernd“, teilte Brende mit. Der Fall Epstein könne leicht die Aufmerksamkeit von der wichtigen Arbeit des Forums ablenken, sagte Brende der Zeitung „Dagens Næringsliv“. Er sei „zu dem Schluss gekommen, dass sowohl das WEF als auch ich am meisten davon profitieren, wenn ich nun den Stab an jemand anderen weiterreiche.“
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Laut einer Erklärung der beiden Co-Vorsitzenden ist eine unabhängige Untersuchung durch einen externen Rechtsberater zu Brendes Verbindungen zu Epstein abgeschlossen. Die Ergebnisse hätten ergeben, dass es keine weiteren Bedenken gebe, die über das hinausgingen, was bereits zuvor bekannt gegeben worden war.
Ermittlungen gegen mehrere Norweger
Nach der jüngsten Veröffentlichung der Epstein-Dokumente richtete sich besonders viel Aufmerksamkeit auf Norwegen. Im Fokus der Behörden stehen wegen ihrer Kontakte zu Epstein der norwegische Ex-Regierungschef und frühere Generalsekretär des Europarats, Thorbjørn Jagland, die bisherige Botschafterin in Jordanien und dem Irak, Mona Juul, und ihr Mann, der frühere Top-Diplomat Terje Rød-Larsen. Gegen alle drei laufen Ermittlungen wegen des Verdachts auf schwere Korruption.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Der Kontrollausschuss des norwegischen Parlaments kündigte zuletzt eine unabhängige Untersuchung zu den Verstrickungen der außenpolitischen Elite in den Epstein-Skandal an. Eine Untersuchungskommission soll den Fall und die Arbeitsweise des Auswärtigen Dienstes der vergangenen Jahre unter die Lupe nehmen. Auch die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit taucht in den jüngsten Akten prominent auf, sie soll über Jahre privaten Kontakt zu dem Sexualstraftäter gehabt haben. Für ihre Freundschaft zu Epstein hat sich die 52-Jährige schriftlich entschuldigt.
mit dpa







