Die neue FDP-Generalsekretärin Nicole Büttner ist für die Landtagswahl in Baden-Württemberg aufs Ganze gegangen. Sie glaubte so fest an den Einzug ihrer Partei ins Landesparlament, dass sie bei einer Wahlniederlage zum Rasierer greifen muss. In der „Schwäbischen Zeitung“ war die Politikerin im Januar eine haarige Wette eingegangen: „Ich rasiere mir eine Glatze, wenn wir den Einzug in den Landtag verpassen. Alles weg. Radikal“, sagte die Politikerin der Zeitung.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Und laut eigener Aussage möchte Büttner Wort halten. Sie wird sich ihre Haare vom Kopf rasieren. „Liberale stehen zu ihrem Wort – auch in einer Niederlage. Genauso entschlossen, wie wir der Gegenentwurf zu Stillstand und Pessimismus sind, halte ich auch Wort“, sagte Büttner der „Rheinischen Post“. Es ist aber bislang offen, wann und wo sie zur Tat schreiten wird.

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Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis kommt die FDP nur auf 4,4 Prozent – und landet damit weit unter dem Wert der letzten Wahl (10,5) und fliegt erstmals aus dem Landtag. Landeschef Hans-Ulrich Rülke möchte sein Amt niederlegen.

Bereits im Vorfeld hatte der Spitzenkandidat Rülke von der „Mutter aller Wahlen“ gesprochen. „Wenn die FDP das in diesem Land nicht schafft, wird keiner glauben, dass sie irgendwo noch die fünf Prozent überspringen kann“, sagte der 64-Jährige in einer düsteren Prophezeiung.

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Nicole Büttner vor der Wahl noch zuversichtlich

Büttner klang vor der Wahl noch sehr optimistisch: „Wir ziehen ganz sicher in den Landtag ein. Sie werden mich strahlend und mit voller Haarpracht erleben.“ Die Generalsekretärin erklärte aber schon damals, dass sie keine Angst vor einer Glatze habe.

Die Aussagen von Finn Flebbe, dem Chef der Jungen Liberalen, passen ausgezeichnet zu Büttners Vorhaben: „Jetzt ist die Zeit, sich alte Zöpfe abzuschneiden. Nicht morgen, nicht irgendwann, sondern jetzt.“

Bereits zuvor hatte Flebbe gegenüber dem „Spiegel“ personelle Konsequenzen in der Bundespartei angemahnt. „Dieses Ergebnis illustriert einmal mehr: Nach der Bundestagswahl hat es keinen wirklichen Neuanfang gegeben, die FDP ist unterhalb der Wahrnehmbarkeitsschwelle stagniert.“

mit dpa