In der US-Regierung nimmt hinter den Kulissen eine Debatte Fahrt auf, die der Präsident bisher nur andeutet: Bodentruppen im Iran. Aber nicht als Großinvasion, sondern als kleine Spezialoperationen. Es geht um zwei Ziele: das Sichern von Irans Vorräten an bereits angereichertem Uran, das zum Bau einer Atombombe nötig ist. Und – als Druckmittel gegen das Regime – die Kontrolle über die zentrale Ölexport-Drehscheibe Kharg.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Nach Bericht von US-Medien haben die USA und Israel sondiert, Spezialkräfte „in einer späteren Phase“ des Krieges in den Iran zu schicken, um rund 450 Kilogramm Uran mit 60 Prozent Anreicherung zu sichern – Material, das binnen Wochen auf Waffenqualität gebracht werden könnte. Hintergrund: Die US-amerikanisch-israelischen Angriffe auf die iranischen Nuklearanlagen im Juni vergangenen Jahres haben die Uranvorräte des Iran unter Trümmern begraben. Seitdem konnten die Iraner selbst nicht mehr darauf zugreifen, sagen US-amerikanische und israelische Beamte.
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Sie gehen davon aus, dass der größte Teil in unterirdischen Tunneln der Anlage in Isfahan liegt, der Rest sei zwischen Fordo und Natanz verteilt. In den ersten Kriegstagen hätten Angriffe auf Natanz und Isfahan wohl auch dazu gedient, Eingänge zu versiegeln, um einen Abtransport zu verhindern. Sollte der gesamte Vorrat auf 90 Prozent angereichert werden, reiche er für den Bau von rund zehn Atombomben, sagen Regierungsbeamte.
Dass die Frage real ist, zeigte ein Moment im Kongress: Außenminister Marco Rubio wurde gefragt, ob das Uran gesichert werde. Seine Antwort: „Die Leute müssen sich das holen gehen.“ Ein US-Beamter schilderte zwei diskutierte Optionen: Abtransport des Materials aus dem Iran – oder Verdünnung vor Ort mit Nuklearexperten der Internationalen Atomenergiebehörde in Wien.
Welche Truppen kämen für so ein Kommando infrage? Das Portal Semafor berichtet, in den Planspielen tauche ein „Special-Operations-Raid” auf Nuklearstandorte auf. Genannt wird die Army-Spezialeinheit Delta Force, die für Operationen mit spaltbarem Material ausgebildet ist. Trump selbst bei der Uran-Frage die Tür offen; mit der typischen Einschränkung: „Jetzt würden wir das nicht tun. Vielleicht werden wir es später tun.“
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Vergeltungswelle gegen Energie-Infrastruktur befürchtet
Das zweite Thema wirkt noch brisanter: Kharg Island. Laut US-Quellen gibt es in der Administration Überlegungen, die Insel einzunehmen – ein Terminal, über das rund 90 Prozent von Irans Rohöl-Exporten laufen. Kharg gilt als zentrale Einnahmequelle – auch für die Revolutionsgarden.
Kritiker warnen: Ein solcher Schritt wäre faktisch Besetzung – mit hohem Eskalationspotenzial. Energie-Expertin Ellen Wald sagt, die gezielte Kontrolle/Bedrohung könne eine Vergeltungswelle gegen Energie-Infrastruktur in der Region auslösen und die Ölpreise weltweit in noch problematischere Höhen treiben.
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Das Risiko ist insgesamt enorm: Jede Uran-Mission müsste sich in stark befestigte Untertage-Anlagen hineinarbeiten. Selbst ein „kleiner“ Einsatz kann schnell größer werden, wenn es Tote oder Geiselnahmen gibt.
Trumps Leute betonen deshalb: „Bodentruppen“ bedeute bei ihm nicht Falludscha (Stadt im Irak, in der die USA riesige Verluste zu beklagen hatten - d. Red.), sondern kleine, hochriskante Eingriffe. Ob daraus Realität wird, ist offen. Erst wenn das iranische Militär nachhaltig keine ernsthafte Bedrohung mehr darstelle, sei mit einer Entscheidung zu rechnen, heißt es im Weißen Haus.











