Im Kampf gegen die niedrige Geburtenrate will Russland Frauen ohne Kinderwunsch künftig zum Psychologen schicken, um sie zu einer „positiven Einstellung“ in Bezug auf Nachwuchs zu bringen. Das geht aus neuen Richtlinien des Gesundheitsministeriums hervor, die Ende Februar verabschiedet wurden und über die Staatsmedien in dieser Woche berichteten.

Montag, Mittwoch, Freitag

Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Gemäß den neuen Richtlinien sollen Ärzte Frauen bei Untersuchungen fragen, wie viele Kinder sie haben möchten. Gibt eine Frau an, kein Kind haben zu wollen, wird den Angaben zufolge „empfohlen“, sie zu einem Gespräch bei einem Psychologen zu schicken, „mit dem Ziel, eine positive Einstellung in Bezug aufs Kinderkriegen zu entwickeln“.

Auch interessant

Russland: Geburtenrate so niedrig wie seit 200 Jahren nicht

Die Geburtenrate in Russland liegt bei etwa 1,4 Kindern pro Frau und damit so niedrig wie seit 200 Jahren nicht. Zudem wurden in den vergangenen Jahren hunderttausende junge Männer an die Front in der Ukraine geschickt. Laut Demographen ist ein Wert von 2,1 notwendig, um die Bevölkerungszahl stabil zu halten.

Mehr rund um Russland – für Sie recherchiert

Die Regierung von Präsident Wladimir Putin hat bereits verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die demographischen Probleme anzugehen. Unter anderem wurden die Abtreibungsbestimmungen verschärft, und das Parlament verabschiedete ein Gesetz, das „Propaganda“ für Kinderlosigkeit verbietet. Kinderreiche Familien erhalten großzügige Staatshilfen.

AFP