Die wachsende Marktmacht globaler Plattformunternehmen setzt die regionalen und lokalen Medien in Deutschland zunehmend unter Druck. Für viele Verlage geht es längst um mehr als sinkende Auflagen: Es geht um die wirtschaftliche Grundlage unabhängigen Journalismus – und damit um einen Pfeiler demokratischer Öffentlichkeit.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Mit Daniel Günther hat sich nun ein weiterer führender Unionspolitiker erneut für eine mögliche Digitalabgabe ausgesprochen. Der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein nutzte einen Auftritt in Hamburg, um für eine stärkere Unterstützung privat finanzierter Medien zu werben – und um vor den Folgen sozialer Netzwerke zu warnen.
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Daniel Günther: Private Medien in der Krise – Ministerpräsident warnt vor Finanznot
Bei der Verleihung des Preises „Wirtschaftsjournalist des Jahres“ zeichnete Günther ein persönliches Bild seiner Medienbiografie. Er sei mit gedruckten Zeitungen aufgewachsen, erzählte er im Gespräch mit dem Focus-Journalisten Ruben Giuliano. Gleich mehrere Titel hätten selbstverständlich zum Alltag gehört. Diese Nähe zur Presse habe sich gehalten: Noch heute bevorzuge er die gedruckte Ausgabe, sagte Günther, und verwies mit einem Anflug von Selbstironie auf den „Luxus“, täglich mehrere Zeitungen im Büro lesen zu können.
Doch hinter der Anekdote steht eine ernstere Diagnose. Medien befänden sich in einer doppelten Krise – einer des Vertrauens und einer der Finanzierung. Diese Entwicklung verlaufe parallel zu einem schwindenden Vertrauen in politische Institutionen. In der Folge seien mehr Menschen bereit, sich neuen oder bislang randständigen politischen Kräften zuzuwenden.
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Daniel Günther für Digitalabgabe: „Die Fakten stehen unter Druck“
Zugleich habe sich der Wettbewerb im Journalismus verschärft. Digitale Plattformen hätten zunächst neue Möglichkeiten eröffnet, erschwerten inzwischen jedoch die Refinanzierung klassischer Angebote. Werbeeinnahmen wanderten in großem Umfang zu internationalen Technologiekonzernen ab, während traditionelle Medienhäuser unter Druck gerieten.
Hinzu komme die wachsende Verbreitung von Falschinformationen. Aussagen, die früher im privaten Raum verblassten, blieben heute dauerhaft sichtbar – unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt. „Die Fakten stehen unter Druck“, sagte Günther und bezog Politik und Medien gleichermaßen in die Verantwortung ein.
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Vor diesem Hintergrund zeigte er sich offen für neue Formen staatlicher Rahmensetzung. Eine Abgabe großer Plattformunternehmen könne ein Weg sein, Mittel in den Qualitätsjournalismus zurückzuführen. Es gehe dabei nicht um Eingriffe in die Pressefreiheit, sondern um deren Sicherung, betonte er.
Die Debatte wird in Deutschland bereits seit Monaten intensiver geführt. Verlegerin Julia Becker, Aufsichtsratsvorsitzende der FUNKE Mediengruppe, gehört zu den prominentesten Befürwortern einer solchen Abgabe. Unterstützung kommt auch von Jan Ippen (Mediengruppe Ippen, unter anderem „Münchner Merkur“, „Frankfurter Rundschau“) sowie von Politikern wie Thüringens Medienminister Stefan Gruhner. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hatte die Debatte um die Digitalabgabe im Sommer 2025 ins Spiel gebracht und unterstrich Anfang der Woche erneut die immense Bedeutung der vielfältigen Medienlandschaft in Deutschland für die Demokratie.
fmg







