Die USA erlauben einem mit Rohöl beladenen russischen Tanker trotz der Blockade die Durchfahrt nach Kuba. Das berichtet die „New York Times“ unter Berufung auf einen hochrangigen Beamten der Trump-Regierung. Während die Karibikinsel mit Stromausfällen und einem Zusammenbruch der Infrastruktur zu kämpfen hat, könnte das Erreichen des Schiffs die Situation entspannen. Insgesamt habe der Frachter „Anatoli Kolodkin“ 730.000 Barrel russisches Rohöl geladen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Die „Anatoli Kolodkin“ befand sich am Sonntag laut der Website Marinetraffic vor der östlichen Küste von Kuba. Sie soll am Dienstag im Hafen von Matanzas im Westen Kubas einlaufen. Es wäre die erste Öllieferung an den unter einer US-Blockade leidenden kommunistisch regierten Landes seit Januar.

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Laut der „New York Times“ gebe es bisher keine offizielle Erklärung dafür, warum der eigentlich sanktionierte russische Tanker durch die Blockade gelassen wird. Möglicherweise wolle aber die US-Regierung eine Konfrontation mit Russland vermeiden.

Kuba steckt in seiner schwersten Wirtschaftskrise seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Russland will dem Land nach eigenen Angaben unter die Arme greifen. Die „Anatoli Kolodkin“ hatte den russischen Hafen Primorsk am 8. März in Richtung Atlantik verlassen. Ursprünglich war ihre Ankunft in Kuba am Montag erwartet worden.

News aus den USA

Venezuela war wichtigster Öllieferant für Kuba

In Kuba kam es in den vergangenen Monaten wiederholt zu landesweiten Stromausfällen, die teilweise tagelang andauerten. Der öffentliche Nahverkehr in dem Inselstaat ist massiv eingeschränkt, Benzin wurde rationiert. Mehrere Fluggesellschaften fliegen die Karibikinsel wegen der dortigen Treibstoffknappheit mittlerweile nicht mehr an. 

Die USA hatten nach der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro Anfang Januar bei einer Militärintervention Venezuelas Öllieferungen an Kuba einstellen lassen. Venezuela war bislang der wichtigste Öllieferant für Kuba. Ende Januar verschärfte US-Präsident Donald Trump den wirtschaftlichen Druck weiter. Staaten, die Erdöl an Kuba liefern, drohte er mit zusätzlichen US-Zöllen. Trump hatte zuletzt außerdem gedroht, den Karibikstaat zu „übernehmen“.

os/dpa