Die AfD liefert sich seit Wochen in den Sonntagsfragen verschiedener Umfrageinstitute ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der CDU/CSU. Doch warum ist die extrem rechte Partei so beliebt? Das Berliner Meinungs- und Marktforschungsunternehmen Civey hat exklusiv für die Zeitungen der FUNKE Mediengruppe untersucht, aus welchen Gründen tatsächliche und potenzielle AfD-Wähler für die Partei stimmen.

Montag, Mittwoch, Freitag
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Der Hauptgrund ist im April 2026 demzufolge die Unzufriedenheit mit der aktuellen Bundesregierung. 56 Prozent der Befragten begründen ihre Wahlentscheidung mit diesem Zustand. Mit etwas Abstand folgen danach „Die AfD hat gute Ideen“ (44 Prozent) und „Ich lehne Zuwanderung ab“ (40 Prozent). Als weitere Gründe werden die Werte der Partei, der Mangel an Alternativen und die Kompetenz von AfD-Politikern genannt. Lediglich zwölf Prozent der Befragten gaben an, den EU-Austritt Deutschlands zu unterstützen – eine zentrale Forderung der AfD.
AfD-Wähler: Junge Menschen betonen übereinstimmende Werte und Ideen über Regierungsfrust
In den verschiedenen Altersgruppen der sicheren und potenziellen AfD‑Wähler zeigen sich deutliche Unterschiede: Vor allem die 18- bis 29-Jährigen heben sich stark ab. Keine der Antworten erreicht eine mehrheitliche Zustimmung von mehr als 50 Prozent. Die meisten Jüngeren begründen ihre Wahlentscheidung mit „Die AfD vertritt meine Werte“ und „Die AfD hat gute Ideen für das Land“ (beide jeweils 39 Prozent). Erst danach nennen sie als Grund die Unzufriedenheit mit der Bundesregierung (33 Prozent) und die Ablehnung der Zuwanderung (24 Prozent).
Auch interessant
Laut der Umfrage nennen mehr Männer als Frauen die Übereinstimmung mit den Werten der Partei als wichtigen Grund dafür, für die AfD zu stimmen: 40 Prozent der männlichen Befragten gaben dies als wichtigsten Grund an. Demgegenüber sahen lediglich 31 Prozent der befragten Frauen dies als wichtig an. Abgesehen davon unterscheiden sich die wichtigsten Gründe für die Wahlentscheidung nicht zwischen den Geschlechtern.
AfD: Wähler in dünn besiedelten Regionen nennen häufiger Frust über Bundesregierung
Unter AfD-Wählern, die aus Regionen mit einer geringen Bevölkerungsdichte stammen, wird vermehrt dafür gestimmt, dass die „AfD gute Ideen für das Land hat“ (47 Prozent). 60 Prozent der Menschen aus bevölkerungsarmen Regionen nannten die Unzufriedenheit mit der Bundesregierung als wichtigsten Grund dafür, ihr Kreuz bei der extrem rechten Partei zu setzen.
Zur Methodik: Zwischen dem 25. März und dem 8. April hat Civey rund 5000 „sichere und potenzielle AfD-Wählerinnen und -wähler“ online befragt. Die Ergebnisse sind aufgrund von Quotierungen und Gewichtungen repräsentativ unter Berücksichtigung des statistischen Fehlers von 2,6 Prozentpunkten (Gesamtergebnis).
Hintergründe zur AfD – für Sie recherchiert
In einer älteren Civey-Befragung aus dem September 2025 überwog noch die Ablehnung der Zuwanderung als wichtigstes Argument für sichere oder potenzielle AfD-Wähler. Damals nannten 55 Prozent der Befragten dies als wichtigsten Grund. Das zweitwichtigste Argument lautete „Bin mit der Bundesregierung unzufrieden“ mit 52 Prozent der Stimmen. Vor einem Jahr, im April 2025, nannten 61 Prozent der Befragten ihre Unzufriedenheit mit der Bundesregierung als wichtigsten Grund dafür, die AfD zu wählen.










