Nach den scharfen Angriffen von US-Präsident Donald Trump auf Papst Leo XIV. bleibt das Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken bei seiner Haltung. „Ich werde mich weiter lautstark gegen den Krieg aussprechen“, sagte Leo auf seinem Flug nach Algier. Er wolle den Frieden fördern sowie den Dialog und die Beziehungen zwischen Staaten voranbringen, um nach gerechten Lösungen für Probleme zu suchen. Es gebe derzeit zu viel Leid. „Zu viele unschuldige Menschen werden getötet. Und ich denke, jemand muss aufstehen und sagen, dass es einen besseren Weg gibt“, sagte der Papst.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Papst Leo XIV. ist am Montag zu einem zehntägigen Besuch in Afrika aufgebrochen, doch seine Reise wird von einer scharfen Attacke von US-Präsident Trump überschattet. Der Papst sei „schrecklich“ in Bezug auf Außenpolitik, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. Leo XIV. sollte „dankbar“ sein, da er nur Papst geworden sei, weil er US-Amerikaner sei – damit man besser mit Trump umgehen könne. „Wenn ich nicht im Weißen Haus wäre, wäre Leo nicht im Vatikan“, behauptete Trump, der sich häufig bei seiner Politik auf den christlichen Glauben bezieht.

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Trumps heftige Kritik folgt auf eine Predigt des Papstes am Samstag, in der dieser ein Ende von Kriegen gefordert hatte. „Schluss mit dem Krieg!“, hatte er bei einem großen Friedensgebet im Petersdom in Rom gesagt. An die Regierenden richtete der Papst in seiner Predigt einen direkten Appell: „Haltet ein! Es ist Zeit für den Frieden!“ Der Pontifex sprach von „Allmachtsfantasien, die um uns herum immer unberechenbarer und aggressiver werden“. 

Leo XIV. in Afrika
Der Papst auf Reisen: In Italien herrscht Solidarität mit dem Pontifex, der den US-Präsidenten deutlich kritisiert hat. © Alberto Pizzoli/POOL AFP/AP/dpa | ALBERTO PIZZOLI

Meloni nennt Trump-Attacke „unakzeptabel“

Seine Attacke auf den Papst brachte am Montag dann auch Italien gegen Trump auf. Allen voran: Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Die gilt als Verbündete des US-Präsidenten. Seine Einlassungen waren für Meloni aber wohl zu viel. Wie einige andere Staats- und Regierungschefs kritisierte die Italienerin Trump am Montag scharf, nannte dessen Attacke auf den Papst „unakzeptabel“.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters schreibt, hatte Meloni es zunächst bei einem allgemeinen Statement belassen wollen – auf Druck der Opposition hin legte sie dann deutlicher nach: „Ich empfinde die Worte Präsident Trumps in Richtung des Heiligen Vaters als unakzeptabel“, teilte Meloni in einer zweiten Stellungnahme mit.

Der Papst sei das Oberhaupt der katholischen Kirche, daher sei es „rechtens und normal, dass er zum Frieden mahnt und den Krieg in jeder Form verurteilt“. Auch ihr Stellvertreter Matteo Salvini ging auf Distanz zum US-Präsidenten. Die Angriffe auf den Papst seien weder weise noch hilfreich.

Trump-Attacke auf Papst: So reagiert Italien

Solidarisch mit dem Papst erklärte sich auch die Italienische Bischofskonferenz (CEI). Sie erinnerte daran, dass der Papst „keine politische Gegenpartei ist, sondern der Nachfolger Petri“ sei. „In einer Zeit, die von Konflikten und internationalen Spannungen geprägt ist, stellt seine Stimme einen eindringlichen Appell an die Würde des Menschen, den Dialog und die Verantwortung dar. Die Kirche in Italien erneuert ihre Nähe und Zuneigung zum Papst und hofft, dass alle seiner Person und seinem Amt mit Respekt begegnen“, hieß es in einer Pressemitteilung am Montag.

Palazzo Chigi: The Prime Minister Receives A Delegation Of Olympic And Paralympic Athletes From Milan-Cortina 2026.
Giorgia Meloni: Gute Freundin Trumps – aber ihre Regierung zeigt sich solidarisch mit dem Papst.© IMAGO/ZUMA Press | IMAGO/Francesco Fotia

„Ich habe größten Respekt gegenüber dem Heiligen Vater. Er ist ein starker, entschlossener Mann, er spricht über Glauben, er spricht über Frieden seit dem Tag, an dem er zum Papst gewählt wurde. Ich glaube an seinen Gedanken und teile ihn zutiefst – ich sage das als Christ –, wenn er sagt, dass Frieden eine Angelegenheit ist, die das Engagement eines jeden von uns betrifft“, sagte auch Italiens Außenminister Antonio Tajani.

Italiens sozialdemokratische Oppositionschefin Elly Schlein sagte: „Den Papst wegen seines eindringlichen Appells für Frieden, Dialog und die Würde des Menschen zu beleidigen, ist ein äußerst schwerwiegender Akt, der die Kultur der Unterdrückung offenbart, die keine freien Stimmen duldet!“