Donald Trumps Blockade rund um die Straße von Hormus ist in Kraft. Aber sie wirkt bislang weniger wie eine Seesperre, sondern eher wie ein scharf formuliertes Warnsignal. Bis Dienstagnachmittag hat die US-Marine nach allem, was offiziell öffentlich bekannt ist, keinen einzigen Tanker aufgebracht, der aus iranischen Häfen ausgelaufen ist. Im Gegenteil. US-Medien berichteten, dass seit Blockadebeginn mindestens vier mit dem Iran in Verbindung stehende Schiffe Hormus unbehelligt durchquert hätten. Warum hält Washington bisher still?

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Zwei Faktoren, sagen Militärexperten in der US-Hauptstadt, könnten eine Rolle spielen. Zum einen drängt Saudi-Arabien die USA massiv dazu, ihre Blockade nicht umzusetzen und umgehend an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Man befürchtet in Riad, dass der Iran andere wichtige Schifffahrtsrouten stören könnte. Konkret: die Engstelle von Bab al-Mandeb am Roten Meer, die für die verbleibenden Ölexporte des Königreichs von entscheidender Bedeutung ist. Die von Iran gesteuerten Huthi-Rebellen könnten dort den Schiffsverkehr zum Erliegen bringen – und so den weltweit spürbaren Ölausfall um weitere Millionen Barrel am Tag steigern.
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Saudi-Arabien ist es kürzlich gelungen, seine Ölexporte trotz der iranischen Teilblockade in Hormus wieder auf das Vorkriegsniveau von rund sieben Millionen Barrel pro Tag zu steigern, indem es sein Rohöl durch die Wüste zum Roten Meer transportierte. Diese Lieferungen wären gefährdet, sollte auch die Ausfahrtsroute über das Rote Meer gesperrt werden.
Alles hängt an der Atomfrage
Zweiter Aspekt: Trotz aller rhetorischen Verhärtungen gibt es laut Bloomberg, CNN und den Nachrichtenagenturen Reuters und AP Indizien dafür, dass die USA und der Iran in eine zweite Verhandlungsrunde gehen könnten, möglicherweise noch bis Ende dieser Woche – entweder in Genf oder erneut im pakistanischen Islamabad. Da der von Trump initiierte Waffenstillstand am 21. April ausläuft, könnte dies das vorläufig letzte realistische Zeitfenster sein, um zu einer Verhandlungslösung zu kommen.
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In US-Regierungskreisen wurde dieses mögliche Szenario am Dienstag nicht dementiert. Mit dem Stand vertraute Experten sehen einen Knackpunkt voraus. Wenn Trump dem Iran bei der Atomfrage (überprüfbare Neutralisierung der Bestände an hoch angereichertem, perspektivisch atomwaffenfähigem Uran – aber Anrecht auf begrenzte, eng kontrollierte Anreicherung für zivile Zwecke – plus Sanktionserleichterungen – und Freigabe eingefrorener Milliardensumme) entgegenkommen würde, wäre Teheran dazu zu bewogen, wieder die freie Schifffahrt in der Straße von Hormus zu gewährleisten; ein Detail, das für Trump unerlässlich sei, heißt es.
Hier liegen beide Länder dem Vernehmen nach noch weit auseinander. Die USA verlangten bei der ersten Runde in Islamabad am vergangenen Wochenende, dass der Iran bis zum Jahre 2046 auf jede Uran-Anreicherung verzichtet. Die iranischen Verhandler zogen bei fünf Jahren ihre rote Linie. Die Einschätzung eines Insiders im Umfeld des Weißen Hauses: „Ohne eine Annäherung in der Atomfrage ist eine den Krieg beendende Dynamik in der Hormus-Krise nicht realistisch.“









