US-IRAN-DEFENCE-DIPLOMACY
Der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln fährt Anfang Februar im Arabischen Meer, kurz nachdem US-Präsident Donald Trump das Kriegsschiff dort stationiert hat.© AFP | PETTY OFFICER 1ST CLASS JESSE MO

Ein kleines Propellerflugzeug hat im Iran-Krieg für kurzzeitige Verwirrung gesorgt. Mit etwa 190 km/h fliegt Sam Rutherford, ein ehemaliger Hubschrauberpilot des britischen Militärs, am 29. Februar, einen Tag nach Beginn des Iran-Kriegs, in seiner Piper PA-28 über das Arabische Meer. Plötzlich sagt eine amerikanische Stimme über Funk: „Sie nähern sich einem Kriegsschiff in internationalen Gewässern. Wir bitten Sie, Kontakt aufzunehmen und sich zu identifizieren.“

Krieg gegen den Iran – spannende Hintergründe

Iran: Plötzlich auf dem Radar eines US-Flugzeugträgers

Als Rutherford und seine Co-Pilotin Shannon Wong südlich des Iran fliegen, erregen sie die Aufmerksamkeit des US-Militärs, das sich gerade im Krieg im Nahen Osten befindet. „Wir wurden gerade von einer F-16 überflogen“, sagt ein überraschend gelassener Rutherford in einem Video, das den Moment festhält und auf Instagram veröffentlicht wurde. Wie er später in seinem Beitrag klarstellt, handelte es sich tatsächlich um eine F/A-18 Hornet.

Montag, Mittwoch, Freitag

Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Einen Tag zuvor, als die USA und Israel ihren Krieg gegen den Iran begannen, hat sich Rutherford in einer ähnlichen Lage befunden und flog über den Vereinigten Arabischen Emiraten. An dem Tag konnte er über Funk in seinem Propellerflugzeug die Rufe von nahegelegenen Passagierflugzeugen hören, die nach schnellen Landeplätzen suchten, da der Persische Golf zu einem aktiven Kriegsgebiet geworden war.

Viele seien dann zu seinem Zielort, der omanischen Hauptstadt Maskat, umgeleitet worden, einem normalerweise ruhigen Flughafen, sagte er gegenüber CNN.

Empfohlener externer Inhalt

An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von Instagram, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.
Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Pilot entgeht kurz vor Luftangriff dem Krieg

Nach der Landung stand er vor einer Entscheidung: Sollte er in Maskat abwarten, wie sich der Krieg entwickelt, oder sollte er seine bezahlte Arbeit fortsetzen und das kleine Flugzeug, das er im Werk in Vero Beach, Florida, abgeholt hatte, an den Käufer, eine Flugschule in Indien, ausliefern? Am frühen nächsten Morgen sei der omanische Luftraum geöffnet gewesen und die Route über den Indischen Ozean zu seinem Zielort Ahmedabad noch immer möglich, sagte er.

Als er die Anzeichen des Krieges erkannte, beschloss er, „sofort das Weite zu suchen“ und seine 1450 Kilometer lange Reise nach Indien anzutreten. Etwa drei Stunden nach ihrem Abflug griff der Iran Oman an und sperrte dessen Luftraum. Doch Rutherfords Entscheidung zum Abflug führte zu der Konfrontation mit den US-Kampfjets, deren Piloten noch auf seine Antwort warteten.

Nun bereitete er der USS Abraham Lincoln, einem atomgetriebenen Flugzeugträger, Sorgen. Mit einer Besatzung von 5000 Mann kann sie 75 Flugzeuge transportieren, darunter auch die F/A-18, die in der Nähe von Rutherford fliegt.

Auch interessant

Nervenaufreibende Minuten vor dem Iran

Ein Problem gab es: „Sie konnten uns nicht hören“, sagt Rutherford. Als sie versuchten, Funkkontakt mit dem Kampfjet herzustellen, kam keine Antwort. Das sorgte für ein paar nervenaufreibende Minuten. Schließlich war diese Piper nicht das, was man normalerweise auf dieser Flugstrecke sieht – tief fliegend und in einer Höhe von ungefähr drei Kilometern, während Linienflugzeuge auf dieser Strecke weit über neun Kilometer fliegen.

Rutherford sagte jedoch, sobald die Kommunikation hergestellt war, habe sich die Lage für einen Moment beruhigt. Dann hat der US-amerikanische Flieger eine weitere Bitte: Ändern Sie Ihren Kurs entweder nach Norden oder nach Süden um 15 Grad. „Es war völlig offensichtlich, dass wir direkt auf den Flugzeugträger zuflogen“, sagt Sam Rutherford. „Ihm war es egal, ob links oder rechts, aber bitte nehmen Sie eine der beiden Seiten.“

Keine der beiden Optionen war ideal. Im Süden lag der offene Indische Ozean. Im Norden lagen Iran oder Pakistan, und für keines der beiden Länder hatte er eine Reiseerlaubnis. Der Marinepilot erklärt ruhig sein Dilemma: Wenn er den Forderungen des Jetpiloten nachgeben und Richtung Süden fliegen würde, „dann würde mir mit meinem kleinen einmotorigen Flugzeug irgendwo über dem Indischen Ozean der Treibstoff ausgehen“, sagte er.

Empfohlener externer Inhalt

An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von Instagram, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.
Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Kampfjets eskortieren das kleine Flugzeug in Sicherheitsabstand

Unterdessen kreisen zwei F/A-18-Kampfjets um das kleine Flugzeug, berichtet Rutherford. Solche Hochleistungsjets würden abstürzen, wenn sie versuchen würden, so langsam wie die 160 km/h schnelle Piper zu fliegen. Schließlich, so sagt er, sei es ihm gelungen, einen Kompromiss mit der US-Marine zu erzielen. „Wir waren weit genug vom Flugzeugträger entfernt, dass sie es nicht für nötig hielten, uns abzuschießen, und wir waren nah genug an unserer Route, dass wir das Gefühl hatten, sicher anzukommen“, sagte Rutherford.

Aktuelle Nachrichten zum Krieg in Nahost

Um nichts dem Zufall zu überlassen, haben die US-Kampfjets dieses kreisförmige Muster um die Piper 30 Minuten lang aufrechterhalten. „Sie wollten lediglich sicherstellen, dass wir nicht plötzlich tiefer sinken und anfangen, aggressiv auf ihre Anlagen zu zielen“, sagt Rutherford. Sobald die Jets weit genug östlich vom Flugzeugträger angekommen sind, bedanken sie sich und fliegen davon.

Am vergangenen Wochenende hat Sam Rutherford gemeinsam mit seiner Co-Pilotin die Heimreise angetreten – über genau dieselbe Flugroute. Über Instagram hat der Pilot berichtet, dass er erneut abgefangen wurde. Zuvor hatte er über die Plattform ein Video veröffentlicht, in dem er mit der USS Abraham Lincoln kooperieren wolle. Dennoch sei er wieder sicher in Florida gelandet.

nes