Sämtliche Satiriker haben sich das Maul über den bayerischen Ministerpräsidenten und sein Dasein als Teilzeit-Foodblogger auf Instagram zerrissen – doch damit ist offenbar Schluss: Markus Söder hat in einem Interview mit dem „Münchner Merkur“ bestätigt, eine andere Social-Media-Strategie zu verfolgen. Statt um Döner, Leberkäse und Bratwurst sollen sich die Beiträge auf seinen Kanälen noch mehr um politische Inhalte drehen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Nachdem die CSU bei der Kommunalwahl in Bayern im März das schlechteste Ergebnis seit 75 Jahren erzielt hatte, wurde schnell Kritik an Söder laut. „Weniger Döner, mehr Landesvater“ hatten seine Kritiker gefordert. Damit konfrontiert, sagte Söder dem „Merkur“, er habe sich den Tadel zu Herzen genommen: „Parteien sind wie eine Familie: Man muss zuhören und immer wieder zusammenfinden. Es bricht einem kein Zacken aus der Krone, wenn man Kritik und Sorgen annimmt.“
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Söders neue Social-Media-Strategie: Weniger Wurst, mehr Politik?
Schon in den vergangenen Wochen habe er deshalb seine Essensbeiträge zurückgefahren. „Ich nehme Kritik immer an. Als aufmerksame Beobachter meines Accounts haben Sie das bestimmt bereits seit Wochen bemerkt“, so der Bratwurst-Fan. Und tatsächlich: Wer den Politiker beim Schlemmen erwischen möchte, muss bis in den März zurückscrollen. Am 21. März veröffentlichte er ein Foto beim Wahlkampfendspurt in Gunzenhausen.
Söder hält zwei Würstchen mit Brot in die Kamera und posiert neben dem Landratskandidaten Manuel Westphal und dem Bürgermeisterkandidaten Matthias Hörr. Doch seitdem sieht es mau aus mit Food-Content. Nur einmal posierte er noch Ende März mit Essen: Es handelt sich dabei jedoch um eine Schale voll Paprika-Schnitze auf einer Veranstaltung der Diakonie Nürnberg-Mögeldorf.
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Söder über #söderisst: „Inzwischen weiß aber auch jeder, was ich gern esse“
„Natürlich darf man bei Social Media weiterhin authentisch sein. Inzwischen weiß aber auch jeder, was ich gern esse. Daher gibt es wirklich andere Themen“, sagte Söder dem „Merkur“. Söder betonte jedoch, „über 80 Prozent“ seiner Posts seien auch zuvor „politische Inhalte“ gewesen – Döner habe nur „unter einen Prozent“ ausgemacht.
Thematisch vielfältig bleibt es weiterhin auf Söders Kanal: Zuletzt veröffentlichte er Beiträge zum bayerischen Haushalt, zu seiner Zeit bei der Bundeswehr, inklusive Foto in kakifarbenem Hemd und rotem Barett, zum Frühlingsfest in München, zu erneuerbaren Energien in Bayern oder zu den Fußballerinnen des FC Bayern München. Söder begründete seine neue Strategie so: „Aktuell verschärft sich die wirtschaftliche und außenpolitische Lage von Woche zu Woche – die Kommunikation muss sich natürlich dieser Lage anpassen.“
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Bei den Kommunalwahlen in Bayern hatte die CSU zwar insgesamt ihr schlechtestes Ergebnis seit 1952 eingefahren, die Wahl jedoch gewonnen. Im Wahlkampf unterstützte Söder immer wieder am Burger- oder Würstchengrill die bayerischen Spitzenkandidaten. Bereits seit Jahren hat Söder unter dem Hashtag #söderisst in sozialen Netzwerken Fotos von sich gepostet, wie er vor allem Döner und Wurstspezialitäten verspeist. Mit einem Post über das Essen der Lufthansa sorgte er für einen Shitstorm.








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