Bei schweren russischen Drohnenangriffen in der Nacht auf Montag auf die ukrainische Hafenstadt Odessa sind nach Behördenangaben mindestens 13 Menschen verletzt worden. Getroffen worden seien ein Wohnhaus und mehrere zivile Objekte in der Stadt, schrieb der örtliche Leiter der Militärverwaltung, Serhij Lyssak, auf Telegram. Der Militärgouverneur der Region, Oleh Kiper, berichtete zudem von Schäden an der Hafeninfrastruktur.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Die Ukraine hatte bereits in der Nacht zuvor schwere russische Luftangriffe erlebt. In mehreren Städten verloren Menschen ihr Leben, als Drohnen, Raketen und Marschflugkörper einschlugen. Kiew meldete teils schwere Schäden. In beinahe allen Teilen des Landes sei Luftalarm ausgelöst worden.
Das ukrainische Außenministerium sprach am Wochenende von mindestens fünf Toten und mehr als 30 Verletzten. In ihrer Bilanz nannte die ukrainische Luftwaffe letztlich 619 feindliche Drohnen sowie 47 Raketen und Marschflugkörper verschiedener Typen. 580 Drohnen seien abgefangen worden.
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Im Tagesverlauf stieg die Zahl der Toten und Verletzten weiter an, allein in der Industriestadt Dnipro kamen acht Menschen ums Leben. Die Angriffe mit Raketen und Drohnen dauerten bis in den späten Nachmittag an.
Britische Eurofighter müssen starten
Einige dieser Drohnen kamen dabei auch dem rumänischen Luftraum sehr nahe. So nahe, dass britische Abfangjäger aufstiegen. Das meldete zunächst das rumänische Verteidigungsministerium. In einer Mitteilung des Ministeriums hieß es, das rumänische Radar hätte mehrere Drohnen entdeckt, die dem Luftraum des Nato-Staats sehr nahe gekommen waren. „Zwei Eurofighter-Typhoon-Abfangjäger einer Air-Policing-Mission der britischen Luftwaffe stiegen um 2 Uhr morgens vom 86. Luftwaffenstützpunkt in Fetești auf“, heißt es in der Mitteilung weiter.
Die britischen Jäger, die im Rahmen der Operation Eastern Sentry in Rumänien stationiert sind, hätten rund 1,5 Kilometer von der ukrainischen Hafenstadt Reni entfernt Radarkontakt zu den Drohnen hergestellt, „über ukrainischem Gebiet“. Die Piloten hätten die Freigabe zum Abschuss erhalten. Kurz darauf seien mehrere Explosionen gemeldet worden.

Verwirrung um angeblichen Abschuss durch Nato-Jets
Mehrere Medien hatten daraufhin berichtet, es sei erstmals zu einem Abschuss russischer Drohnen durch Nato-Jets gekommen. Das britische Verteidigungsministerium dementierte schnell, dass seine Jagdflugzeuge russische Drohnen abgeschossen hätten. Die Jäger seien aufgestiegen, hätten aber weder rumänischen Luftraum verlassen, noch Drohnen angegriffen. Die Flugzeuge seien zu ihrem Stützpunkt zurückgekehrt, ohne gegen russische Ziele vorgegangen zu sein.
Ein Nato-Sprecher bestätigte unserer Redaktion den Einsatz der Briten und sprach von einer „vorbeugenden Antwort, die ausschließlich im rumänischen Luftraum“ stattfand. Zwar hätten die Piloten, wie vom rumänischen Verteidigungsministerium angegeben, die Freigabe zu einem Angriff auf mögliche Bedrohungen gehabt. „So ein Angriff war aber nicht notwendig, da die Ziele außerhalb des rumänischen Luftraums zerstört wurden.“
Auch die Rumänen stellten später in einer weiteren Mitteilung klar, dass die Briten den Luftraum der Nato nicht verlassen hätten, und keine Ziele den Luftraum Rumäniens verletzt hätten. Es sei daher zu keinem Beschuss gekommen. „Die Mission verblieb eine der Überwachung, der Abschreckung und der Bereitschaft, im Zweifelsfall einzugreifen“, teilte das Verteidigungsministerium mit.

Drohnentrümmer beschädigen Gebäude
Um 2.31 Uhr hätten dann Einwohner der Stadt Galați auf der rumänischen Seite über den Notruf den Absturz eines Objekts gemeldet. Laut dem Verteidigungsministerium seien mehrere Fragmente von Drohnen in dem Gebiet gefunden worden. Die rumänische Polizei und das Militär hätten die Teile sichergestellt. Es seien Schäden an einem Gebäude und einem Strommast festgestellt worden. Verletzte habe es nicht gegeben.
Die rumänischen Rettungskräfte teilten mit, die Drohne „mit einer möglichen Sprengladung“ sei in bewohntem Gebiet abgestürzt. Laut rumänischen Medien verursachten damit erstmals Trümmer einer russischen Drohne Sachschäden auf rumänischem Gebiet.
Die Behörden ordneten die Evakuierung des Gebiets an, von der 200 Menschen betroffen waren, wie das rumänische Außenministerium mitteilte. Zudem wurde die Unterbrechung der Gasversorgung in dem Gebiet angeordnet. Die rumänische Außenministerin Oana Toiu bestellte den russischen Botschafter ein.
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Rumänien erlaubt Abschuss von Drohnen
Die Regierung in Bukarest verurteilte die nächtlichen russischen Angriffe scharf, und sprach von „unverantwortlichen Handlungen der Russischen Föderation“. Das Verteidigungsministerium betonte, „dass diese eine neue Herausforderung für die Sicherheit in der Region und die Stabilität im Bereich des Schwarzen Meeres darstellen“, heißt es.
Die Vorgänge zeigten, wie Russland das internationale Recht missachte. Nicht nur die Sicherheit der Bürger Rumäniens sei so gefährdet gewesen, sondern die gesamte Sicherheit der Nato. Rumänien stehe fest zu seinen Verpflichtungen in der Allianz und werde weiter eng mit seinen Partnern und Verbündeten an der Verteidigung seines Luftraums arbeiten.

Ein im vergangenen Jahr in Rumänien verabschiedetes Gesetz erlaubt den Abschuss von Drohnen, die in den Luftraum des südosteuropäischen Landes eindringen. Bislang wurde davon jedoch kein Gebrauch gemacht. Rumänien und die Ukraine teilen sich eine etwa 600 Kilometer lange Grenze. Sie ist Teil der Nato-Außengrenze.
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 waren wiederholt Drohnen im Luftraum Rumäniens gesichtet und Fragmente abgestürzter Drohnen auf rumänischem Staatsgebiet gefunden worden.
mit AFP und dpa











