Entbürokratisierung ja, Transparenz nein? So zumindest lassen sich die Pläne der Landesregierung verstehen, wenn sie ankündigt, die Öffentlichkeitspflichten zurückzudrehen. Fast schon genervt, warum man denn überhaupt noch darüber rede, wirkt die Begründung aus dem Innenministerium. „Endlich mal anfangen und ins Machen kommen“, so das Credo.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Was tatkräftig und kämpferisch wirken soll, ist in der Realität fahrlässig. Hier werden zwei Werte gegeneinander ausgespielt, als müsse man sich entscheiden: schlanker Staat oder Transparenz. Genau dieses Denken ist falsch. Transparenz ist keine Bremse, sondern Voraussetzung effizienter Verwaltung. Wer nachvollziehbar handelt, spart Rückfragen, Beschwerden und Misstrauen – also genau den Aufwand, der heute viele nervt.

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Die Erzählung vom Bürokratieabbau trägt nur, wenn klar wird, wo der Aufwand wirklich entsteht. Meist steckt er nicht in der Veröffentlichung selbst, sondern in den vielen Schritten davor: Unterlagen wandern durch mehrere Systeme, Formate passen nicht zusammen, Zuständigkeiten sind unklar, Vorschriften lähmen Abläufe. Konsequenz kann nicht sein, am Ende der Kette die Veröffentlichung zu streichen, sondern sollte sein, am Anfang Ordnung zu schaffen.

Bei der Diskussion geht es um eine einfache Entscheidung: Will Thüringen eine Verwaltung, die offen erklärt, was sie tut – oder eine, der man einfach glauben soll? Ersteres macht Verfahren schneller und Entscheidungen belastbarer. Letzteres erzeugt Nachfragen und Misstrauen. Wer modernisieren will, stärkt die Transparenz. Alles andere ist Stillstand – und der ist meistens teuer.