Auf den ersten Blick wirkt das Washingtoner Hilton Hotel wie ein gewöhnlicher Veranstaltungsort, doch dort ereignete sich wiederholt US-Geschichte. Am vergangenen Samstag nahm hier ein mutmaßlicher Attentäter US-Präsident Donald Trump und weitere Mitglieder der US-Regierung ins Visier. Der Angreifer wurde gestoppt. Das war jedoch nicht das erste Mal, dass in diesem Hotel in Washington versucht wurde, einen US-Präsidenten umzubringen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Das zwölfstöckige Hotel Washington Hilton wurde im März 1965 eröffnet und hat über 1000 Zimmer. Es ist besonders für seine Größe bekannt und besaß lange Zeit den mit circa 3600 m² größten säulenlosen Ballsaal der Stadt. Dadurch ist das Hotel sehr beliebt als Austragungsort für Großveranstaltungen in der US-Hauptstadt Washington D.C. Auch US-amerikanische Rockbands sind hier schon aufgetreten, etwa The Doors oder die Rocklegende Jimi Hendrix. Zu den stattfindenden Veranstaltungen gehört auch das jährliche Dinner der Vereinigung der Korrespondenten des Weißen Hauses (White House Correspondents‘ Association, kurz: WHCA).
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Dieser US-Präsident wurde vor dem Hotel fast ermordet
Bereits vor dem vergangenen Wochenende ist das Washington Hilton Hotel Schauplatz eines versuchten Attentats geworden. Am 30. März 1981 verübte John Hinckley Jr. auf den damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan, zwei Monate nach dessen Amtseinführung, einen Anschlag. Reagan hielt an dem Tag in dem Hotel eine Rede vor Vertretern des Amerikanischen Gewerkschaftsbundes. Anschließend verließ er das Hotel, wo der Attentäter John Hinckley Jr. wartete und insgesamt sechs Mal mit einem Revolver auf den Präsidenten schoss.
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Ronald Reagan selbst wurde bei dem Attentatsversuch von einer abprallenden Kugel am Brustkorb schwer verletzt. Der damalige Pressesprecher des Weißen Hauses, James Brady, lebensbedrohlich verletzt. Ein Polizist und ein Agent des Secret Service wurden ebenfalls von Kugeln getroffen. Der Attentäter konnte von anwesenden Passanten überwältigt und verhaftet werden. Alle Verletzten überlebten. Pressesprecher James Brady starb im Jahr 2014 jedoch als direkte Folge seiner Schusswunde. Seit dem Attentatsversuch wird das Hotel von Einheimischen noch heute gelegentlich als „Hinckley Hilton“ bezeichnet.

Das ist der Attentäter, der Ronald Reagan ermorden wollte
Der Attentäter John Hinckley Jr. war zum Zeitpunkt seines versuchten Attentats auf US-Präsident Ronald Reagan arbeitslos. Er soll fasziniert von dem Film „Taxi Driver“ aus dem Jahr 1976 gewesen sein, in dem der Protagonist Travis Bickle (Robert De Niro) ein Attentat auf einen Präsidentschaftskandidaten plant. Hinckley soll durch den Film auch eine Besessenheit für die Schauspielerin Jodie Foster entwickelt haben, die ebenfalls in dem Film mitgespielt hat. Er fing an, die Schauspielerin zu stalken, ihr Liebesbriefe und romantische Gedichte zu schicken und sie wiederholt anzurufen und ihr Nachrichten zu hinterlassen.
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Da es ihm nicht gelang, einen bedeutungsvollen Kontakt zu Foster aufzubauen, hatte er den Entschluss gefasst, sie durch ein Attentat auf den Präsidenten zu beeindrucken, in der Annahme, dass er ihr durch einen Platz in der Geschichte als ebenbürtig erscheinen würde.
Während des Gerichtsprozesses wurde bei John Hinckley Jr. Schizophrenie diagnostiziert. Dadurch wurde er aufgrund von Unzurechnungsfähigkeit in allen 13 Anklagepunkten von einer Jury freigesprochen. Kurz nach seinem Prozess schrieb Hinckley, die Schießerei sei „das größte Liebesgeschenk der Weltgeschichte“ gewesen, und er sei enttäuscht gewesen, dass Foster seine Liebe nicht erwidert habe.

Das ist aus dem Reagan-Attentäter geworden
Nach dem Gerichtsprozess wurde John Hinckley Jr. in einer psychiatrischen Klinik in Washington, D.C. untergebracht. Tests ergaben, dass er ein „unberechenbar gefährlicher“ Mann sei, der sich selbst oder anderen Schaden zufügen könnte. 2016 wurde er unter Auflagen aus der psychiatrischen Klinik entlassen – trotz des Protests einer Tochter Ronald Reagans und des damaligen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump.
In einem Interview mit CBS im Juni 2022 drückte Hinckley Reue für seine Taten aus und entschuldigte sich bei den Familien Reagan und Brady sowie bei Jodie Foster. Nach seiner Entlassung begann Hinckley zu malen und nutzte dabei seine Hauskatze als Vorlage. Bis Mai 2023 hatte er mehrere Werke auf eBay verkauft.
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Als junger Erwachsener unternahm Hinckley erfolglose Versuche, Songwriter zu werden. Nach seiner Entlassung 2022 wollte er in New York einen Live-Auftritt geben, dieser wurde jedoch aufgrund von Sicherheitsbedenken abgesagt. Ein Jahr später veröffentlichte er ein Album. Im Dezember 2024 kündigte John Hinckley Jr. an, in Virginia, ein Musikgeschäft zu eröffnen, doch diese Pläne wurden von ihm aufgrund negativer Presseberichterstattung und Sicherheitsbedenken wieder verworfen.
























