Es ist ein unverstellter Blick hinter die Fassaden politischer Macht, den Brigitte Macron in einem Interview mit der Pariser Zeitung „La Tribune“ zulässt. Ungewöhnlich offen führt die französische First Lady aus, ihr Leben im Elysée-Palast sei keineswegs ein Zuckerschlecken. „Ich habe manchmal Mühe, den Himmel in Blau zu sehen“, bekennt die Première Dame, die vor Kurzem 73 Jahre geworden ist. „Ich erlebe Momente des Pessimismus, die ich vorher nicht kannte.“

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Vor ihrem Einzug ins Elysée habe sie „ein normales Leben mit einem Job und Kindern, mit Höhen und Tiefen“ geführt, fügt sie an. Im Präsidentenpalast erlebe sie aber seit bald zehn Jahren „die Schwärze der Welt, die Dummheit und Bösartigkeit. Das macht mich manchmal traurig, wie ich es nie gewesen war“, sagt die Gattin von Präsident Emmanuel Macron.

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Brigitte Macron: Die Première Dame Frankreichs offenbart ungewöhnlich offen, wie sie sich im Zentrum der Macht fühlt. © picture alliance / Hans Lucas | Bastien Ohier

Brigitte Macron wird wegen ihrer Eleganz gelobt

Abhilfe gegen ihren Blues schafft sie nach ihrer Darstellung, indem sie ihre Gedanken niederschreibt. Was sie zu ihrer düsteren Weltsicht veranlasst, sagt Brigitte Macron allerdings nicht. Ihr Alter, oder dass sie mit einem 24 Jahre jüngeren Mann zusammenlebt – Macron ist 48 –? Das war für sie nie ein Thema, oder wenn, dann scherzte sie darüber: Vor seiner Wiederwahl 2022 sagte sie einmal, ihr Politikergatte müsse sich beeilen, wenn er mit ihr an seiner Seite gewählt werden wolle – denn bald könne sie ihre „Visage“ nicht mehr herumzeigen.

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Die Regenbogenpresse in Frankreich hebt indessen bis heute die Eleganz der First Lady und ihrer zeitgemäß schicken Kleidung hervor, zuletzt sogar bei Macrons Audienz beim Papst in Rom. Zugleich pflegt die ehemalige Lehrerin, die noch im Elysée Arbeitslose unterrichtet hatte, eine volksnahe Sprache, die die Dinge beim Namen nennt.

Brigitte Macron ist populärer als ihr Mann

Schon 2022 sprach sie vielen Frauen aus dem Herzen, als sie bekannte, dass die Geburt ihrer drei Kinder in ihr keineswegs nur Glücksgefühle, sondern gerade deshalb auch Schuldgefühle und Ängste bewirkt habe. Brigitte Macron ist laut den Meinungsumfragen bedeutend populärer als ihr Mann. Und wenn er sich mit Amtskollegen wie Donald Trump beim Live-Treffen überwirft, entlockt sie dem US-Präsidenten ein Kompliment, was die Dinge wieder einrenkt.

Was der Präsidentengattin hingegen zusetzt, sind, ohne dass sie es in dem neuen Interview sagte, die Social Media. Verpasst Brigitte ihrem Mann beim Verlassen des Flugzeugs einen Schubser, geht in Minutenschnelle ein Bild ihrer „Ohrfeige“ um die Welt. Dass – zweifellos russische – Hacker ihren Mann als homosexuell hinstellten, habe auch sie mit „ungeheurer Gewalt“ getroffen, wie sie schon einmal bekannte.

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Brigitte Macron: Gerichtsurteil und Unterstützung von Trump gegen Fake News

Am härtesten war aber das in Frankreich aufgekommene Gerücht, Brigitte Macron sei in Wahrheit ein Mann und heiße Jean-Christophe. Die First Lady erreichte dafür im Januar in Paris eine gerichtliche Verurteilung. In den USA hält die amerikanische Influencerin Candace Owens aber mit einem Video namens „Becoming Brigitte“ weiter an der Fake News fest.

Auch dagegen haben die Macrons Verleumdungsklage eingereicht. Vor wenigen Tagen erhielten sie unerwartet Schützenhilfe durch Trump, der das von seiner früheren Anhängerin kolportierte Gerücht selbst als „falsch“ bezeichnete. Über Owens höhnte er, sie sei „weniger schön“ als Brigitte Macron. Den Himmel macht das auch nicht blau. Aber immerhin.