Jimmy Kimmel bleibt einer der schärfsten Kritiker der Trump-Administration. Immer wieder legte sich der Moderator in der Vergangenheit mit dem US-Präsidenten an und verlor deshalb vergangenes Jahr sogar für kurze Zeit seine Show beim Sender ABC. In einem Monolog hatte Kimmel die politischen Motive des mutmaßlichen Mörders des republikanischen Aktivisten Charlie Kirk spekulativ kommentiert, was damit endete, dass der Sender „Jimmy Kimmel Live!“ vorläufig aus dem Programm nahm.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Vergangenen Donnerstag zeigte sich Kimmel erneut als bitterböser Trump-Kritiker. Weil beim White House Correspondents‘ Dinner diesmal kein Comedian, sondern ein Zauberer zur Bespaßung der Anwesenden eingeladen war, veranstaltete der 58-Jährige in seiner Show sein eigenes, alternatives „Dinner“. Bei dem wurden immer wieder Clips mit den Konterfeis der Angesprochenen eingeblendet, wenn sie zur Zielscheibe von Kimmels Spott geworden waren.

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Kimmel zu Melania Trump: „Sie leuchten wie eine Witwe in spe“

Mit einem der Gags dürfte es Kimmel angesichts der Ereignisse am Samstag und des versuchten Anschlags auf Donald Trump allerdings übertrieben haben. An die nicht anwesende Melania Trump gerichtet, witzelte Kimmel: „Sie leuchten wie eine Witwe in spe.“ Dies erzürnte die First Lady jetzt so sehr, dass sie indirekt ABC aufforderte, Kimmel zu feuern.

In einem Post bei „X“ schrieb Melania: „Kimmels hasserfüllte und gewalttätige Rhetorik ist darauf ausgelegt, unser Land zu spalten. Sein Monolog über meine Familie ist keine Komödie – seine Worte sind ätzend und vertiefen die politische Krankheit in Amerika. Menschen wie Kimmel sollten nicht die Gelegenheit haben, jeden Abend in unsere Häuser einzudringen, um Hass zu verbreiten. Ein Feigling, Kimmel versteckt sich hinter ABC, weil er weiß, dass das Netzwerk weiterhin Schutz bieten wird, um ihn zu decken. Genug ist genug. Es ist Zeit für ABC, Farbe zu bekennen. Wie oft wird noch ABCs Führung Kimmels abscheuliches Verhalten auf Kosten unserer Gemeinschaft decken.“

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Auch Donald Trump äußerte sich am Montag zur Causa Kimmel. Er bezeichnete Kimmels Worte in einem Post auf seiner Plattform „Truth Social“ als „völlig unakzeptabel“ und forderte den ABC-Mutterkonzern Disney ebenfalls auf, Kimmel zu entlassen.

Der Comedian nahm es gelassen. In seiner Sendung sagte er, er habe Melania nur leicht verspottet. Sie sei nun mal jünger als er selbst und mit einem fast 80-jährigen Präsidenten zusammen. „Das war kein Aufruf zu Gewalt“, sagte Kimmel weiter. Im Gegenteil: Er spreche sich seit Jahren gegen Waffengewalt aus. Allerdings stimmte er Melania in einem Punkt zu. Tatsächlich sollte mehr gegen gewalttätige Rhetorik getan werden. Melania solle doch mal ein ernstes Wort darüber mit ihrem Mann sprechen.

ABC gab bisher keine Stellungnahme zu Kimmels Äußerungen ab. Kimmel hatte erst im Dezember seinen Vertrag bei dem Sender bis Mai 2027 verlängert, was Donald Trump selbst zu einer wütenden Attacke bei Truth Social veranlasste. „Ich kann es nicht glauben, dass ABC Fake News Kimmel seinen Job zurückgegeben hat“, schrieb der US-Präsident, der sich seitdem regelmäßig beißende Kommentare Kimmels über ihn anhören muss.

tok