Russland provoziert erneut: Laut „Kieler Nachrichten“ soll sich das russische Kriegsschiff „Severomorsk“ in der Ostsee in Stellung gebracht haben. Dem Bericht zufolge hat der Zerstörer Anfang Mai den russischen Ostseehafen Baltijsk verlassen und befindet sich aktuell zwischen der deutschen Insel Fehmarn und der Lübecker Bucht. Das Vorgehen ruft die Nato auf den Plan.

Auch interessant

Die Militärallianz soll bereits auf die Positionierung der „Severomorsk“ reagiert haben. Demnach soll der Marineverband „Standing Nato Maritime Group“ (SNMG) in die Region verlegt worden sein. Das Kommando über diese schnelle Eingriffstruppe hat kürzlich Spanien übernommen. Mit dabei ist auch die deutsche Fregatte „Sachsen“. Das Schiff der Bundesmarine soll erst vor wenigen Tagen im Marinestützpunkt Kiel Munition geladen haben.

Russische Schattenflotte: Kriegsschiffe schützen Tanker vor Angriffen

Was steckt hinter der neuen Position des 163 Meter langen russischen Jagdschiffes? Ziel der Mission könnte unter anderem der Schutz der Schattenflotte Moskaus sein. Als Schattenflotte werden die oft veralteten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffe bezeichnet, mit denen Russland das internationale Ölembargo wegen des Ukraine-Kriegs umgeht. Angesichts dessen wird die Ostsee immer mehr zu einem Spannungsfeld.

Ukraine-Krieg – Hintergründe und Erklärungen zum Konflikt

Die Schiffe stehen zudem teilweise in Verdacht, an sogenannten hybriden Angriffen gegen den Westen im Auftrag Russlands beteiligt zu sein, etwa an der Beschädigung von Unterwasserkabeln in der Ostsee. Erst kürzlich stoppte Schweden ein Boot, das mutmaßlich Teil dieser Flotte ist, und nahm den Kapitän fest.

Auch interessant

Dass die „Severomorsk“, die eigentlich zur Nordseeflotte Russlands gehört, in der Ostsee unterwegs ist, kommt nicht zum ersten Mal vor. Bereits im Dezember des vergangenen Jahres zeigte sich der Zerstörer der Udolay-Klasse vor Fehmarn. Auch hier reagierte die SNMG.

mit afp