Sie können ihrem Ziel „auflauern“ und dann innerhalb von Sekunden präzise Schläge fliegen: Sogenannte Kamikaze-Drohnen werden von immer mehr Militärs genutzt. Auch Deutschlands größtes Rüstungsunternehmen hat mit der Produktion von Kamikaze-Drohnen begonnen. Das hat Rheinmetall am Dienstag bekanntgegeben.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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„Mit diesem System gehen wir am Standort Neuss jetzt in die Serienproduktion“, sagte Firmenchef Armin Papperger während der Online-Hauptversammlung des Konzerns. Er bezog sich damit auf eine sogenannte Kamikaze-Drohne, die bis zu 70 Minuten in der Luft fliegen kann und sich spätestens dann auf sein Ziel stürzt und explodiert.

Rheinmetall produziert künftig Kamikaze-Drohnen in Neuss
Das Modell werde bereits am Standort Braunschweig hergestellt. Das Unternehmen weite die Fertigung der Drohnen aktuell auf Neuss bei Düsseldorf aus, hieß es von einem Sprecher. Früher waren dort Autoteile produziert worden. Da die Sparte als Autozulieferer schwächelt, gibt Rheinmetall sie ab.
In dem Werk in Neuss werden stattdessen künftig Rüstungsgüter hergestellt, darunter die Kamikaze-Drohnen des Typs FV-014, Spitzname: „Raider“ (Angreifer). Die Bundesregierung hat eine Bestellung für die Flugkörper über 300 Millionen Euro aufgegeben. Es gibt einen Rahmenvertrag, weitere Bestellungen sind möglich. Eine erste Auslieferung ist im kommenden Jahr vorgesehen.
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Neue Rheinmetall-Drohne: Reichweite, Gewicht, Flugdauer
Die Rheinmetall-Kamikaze-Drohne hat Unternehmensangaben zufolge eine Reichweite von bis zu 100 Kilometern. Das Gewicht des Gefechtskopfes inklusive der Zündvorrichtung wird mit vier Kilogramm angegeben. Sie kann bis zu 70 Minuten in der Luft fliegen. Die Drohnen können mit Sprengstoff beladen und auch für die Aufklärung genutzt werden.
Der Typ zählt zur sogenannten „Loitering Munition“: „lungernde“ Lenkwaffen, die auch ohne ein bestimmtes Ziel gestartet werden können und über einem Zielgebiet kreisen. Drohnenpiloten können sie vom Boden aus steuern. Die Sprengköpfe werden durch den Aufschlag auf ein Ziel zerstört – Kamikaze-Drohnen sind in der Regel für den einmaligen Gebrauch bestimmt.
Die Bundesregierung hat im Februar dieses Jahres Kamikaze-Drohnen im großen Stil bestellt – bei den deutschen Start-ups Helsing und Stark Defense.








