Igel mögen die Dunkelheit. In der Dämmerung und Nacht machen sich die stacheligen Tiere auf die Suche nach Nahrung, im Freiland ebenso wie in vielen Gärten. Doch dort lauert zunehmend eine Gefahr für die Wildtiere: Mähroboter und ihre scharfen Klingen. Häufig erkennen die Sensoren der Geräte die Tiere nicht – und die Zusammenstöße mit den Robotern gehen für Igel oft tödlich aus.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Die Grünen wollen das jetzt ändern und dafür sorgen, dass die Roboter nachts nicht mehr unterwegs sein dürfen. In einem Antrag, der dieser Redaktion vorliegt, will die Grünen-Fraktion im Bundestag die Hersteller der Geräte dazu verpflichten, ab 2027 bei neuen Geräten den Nachtbetrieb technisch über entsprechende Software auszuschließen. Bei Geräten, die schon verkauft und bei Verbrauchern im Einsatz sind, soll das über ein Software-Update geregelt werden. Außerdem soll die Bundesregierung in einer bundeseinheitlichen Regelung festlegen, dass Mähroboter nur bei Tageslicht laufen dürfen. Die Grünen-Fraktion wollte den Antrag am Dienstag beschließen.

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„Igel sind wichtig für das ökologische Gleichgewicht: Sie fressen Schnecken und halten Schädlinge auf natürliche Weise in Schach“, sagte Grünen-Politiker Harald Ebner, Mitglied im Umwelt-Ausschuss, dieser Redaktion. Doch ihre Bestände seien massiv geschrumpft – durch den Einsatz von Pestiziden, den Verlust naturnaher Lebensräume und zunehmend eben auch durch Mähroboter. „Sie werden mit ihren scharfen Messern immer mehr zur tödlichen Gefahr für die vorwiegend nachtaktiven Tiere, denen der Fluchtreflex fehlt“, sagte Ebner. Der westeuropäische Igel gilt inzwischen als potenziell gefährdet.

Einige Kommunen haben den Nachteinsatz der Roboter schon verboten

Einige Kommunen haben deshalb bereits Nachtfahrverbote für Mähroboter erlassen, der Deutsche Städtetag fordert eine entsprechende bundesweite Regelung. Auch die Umweltministerkonferenz appellierte im vergangenen Jahr an den Bund, Igel und andere Wildtiere besser vor den Mährobotern zu schützen.

Es brauche einen „bundeseinheitlichen Rahmen statt eines kommunalen Flickenteppichs“, sagt auch Grünen-Politiker Ebner. Herstellerseitig seien technische Lösungen gefragt – in einem ersten Schritt eben die Begrenzung des Betriebs auf Zeiten, in denen es hell ist. Besser noch aber wäre nach Ansicht der Grünen eine Art „Igel-Tüv“, so Ebner, eine Zertifizierung für Geräte, die Igel zuverlässig erkennen. Einige Hersteller würden an deren Entwicklung schon erfolgreich arbeiten. Bis 2030, heißt es im Antrag, könne man den entsprechenden Nachweis gesetzlich verankern und zur Bedingung für den Marktzugang von Geräten machen, am besten auf europäischer Ebene.

Darüber hinaus fordern die Grünen mehr Unterstützung für Igel-Auffangstationen und andere Tierschutzeinrichtungen. „Artenschutz beginnt direkt vor unserer Haustür“, sagte Ebner. „Schon kleine Veränderungen – weniger Pestizide, wilde Ecken im Garten und Mähroboter, die nachts pausieren – können Igeln entscheidend helfen.“