In den vergangenen Wochen und Monaten war bereits von einem Konzept der USA zur „Nato 3.0“ zu lesen: Demnach wollen sich die USA aus Europa stark zurückziehen und ihre militärische Präsenz etwa in Asien weiter ausbauen. Der atomare Schutzschirm in Europa solle zwar erhalten bleiben – ebenso eine begrenzte Präsenz von Marine und Luftverteidigung. Aber die konventionelle Abschreckung, darunter die Verteidigung der Nato-Ostgrenze, soll Berichten zufolge allein in der Verantwortung der Europäer liegen.
USA planen Reduzierung ihrer militärischen Unterstützung für die Nato
Jetzt gibt es die Einzelheiten. Einem Bericht des „Spiegel“ zufolge, will die US-Regierung tatsächlich ihre militärischen Beiträge für die Nato reduzieren. Der US-Kriegsminister Pete Hegseth soll bereits im Nato-Hauptquartier in Brüssel hochrangige Beamte aus anderen Mitgliedstaaten informiert haben. Wie der Spiegel unter Berufung auf namentlich nicht genannte Quellen berichtet, möchte Washington künftig weniger militärische Schlüsselfähigkeiten bereitstellen. Dazu zählen US-Kampfjets, Kriegsschiffe, Drohnen und Tankflugzeuge.
Sollte das so zutreffen, würde das bedeuten, dass die USA ihre bisherigen Zusagen für das „Nato Force Model“ nicht einhalten. Mit dem Modell, auf das man sich 2022 nach dem Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine geeinigt hatte, will das Militärbündnis schneller auf mögliche Bedrohungen reagieren. Die Lücken, die durch die Reduzierung der USA entstehen, müssten die europäischen Nato-Staaten dann selbst ausgleichen, schreibt der Spiegel.
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Der Pentagon-Spitzenbeamte und Hegseth-Berater Alexander Velez-Green soll am vergangenen Freitag in einer geheimen Runde bereits konkrete Zahlen zu den neuen Plänen genannt haben. Diese sollen deutlich gravierender ausgefallen sein, als es die Europäer erwartet hätten, heißt es dem Bericht zufolge. Laut Velez-Green wollen die USA der Nato weniger strategische Bomber bereitstellen. Die Anzahl soll um die Hälfte reduziert werden. Hinzu kommen ein Drittel weniger Kampfjets. Der Spiegel berichtet auch von ersten europäischen Reaktionen auf dieses Vorhaben. Demnach komme es laut den Regierungsvertretern darauf an, wann diese Pläne umgesetzt werden sollen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Auch bei der US-Marine sind weitere Abstriche geplant. Die USA wollen wohl weniger Zerstörer und keine U-Boote mehr zur Verfügung stellen. Wie der Spiegel berichtet, soll Velez-Green die restlichen Nato-Partner dazu aufgefordert haben, diese Lücken schnell zu schließen. Die USA seien aber bereit, mit denjenigen eng zu kooperieren, die sich an genau diese Forderung halten. Weitere Einzelheiten soll es im Juni geben, bei einer sogenannten Truppenstellerkonferenz.





