Das Redaktionsnetzwerk Deutschland hat in einer exklusiven Datenauswertung analysiert, welche Politikerinnen und Politiker im Bundestag im vergangenen Jahr am häufigsten namentlichen Abstimmungen ferngeblieben sind. Die Analyse bezieht sich auf den Zeitraum von März 2025 bis Mai 2026.

Montag, Mittwoch, Freitag

Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Zu den „Top Ten“ zählen ausschließlich Oppositionspolitiker: Die AfD ist viermal vertreten, die Linke ebenfalls viermal, außerdem ist eine Grünen-Politikerin dabei und ein ehemaliger AfD-Politiker, der inzwischen fraktionslos ist. Insgesamt fehlten Mitglieder der Linken am häufigsten.

Mehr Politik-News

Bundestag: Diese Abgeordneten fehlten am häufigsten

An erster Stelle der Abwesenheitsliste, schreibt das RND, steht Gerhard Trabert. Der Linken-Politiker erlitt mehrere Schlaganfälle und verpasste deshalb zuletzt sämtliche Abstimmungen (100 Prozent). Einige der vorderen Plätze belegen Parlamentarierinnen, die sich um ihr Kind kümmerten: Die AfD-Abgeordnete Angela Rudzka (78 Prozent) und die Grünen-Abgeordnete Denise Loop (68 Prozent) zum Beispiel versäumten in dieser Legislaturperiode viele Entscheidungen wegen ihres Mutterschutzes.

Der ehemalige AfD-Politiker Sieghard Knodel (fraktionslos) rangiert auf dem zweiten Platz. Er blieb 90 Prozent aller namentlichen Abstimmungen im Untersuchungszeitraum fern. Dem SWR sagte er in einem Interview, er habe keine Gewissensbisse wegen der vielen Abwesenheiten. Seine Firma habe so viel Steuern an den Staat gezahlt, dass er jetzt auch mal etwas zurückbekommen könne. Zu den bekannteren Gesichtern zählt Gregor Gysi: Der Ex-Linken-Chef blieb der Auswertung zufolge jeder zweiten Abstimmung fern. Nebenberuflich ist er unter anderem als Anwalt tätig. Verboten ist das nicht, allerdings muss laut Abgeordnetengesetz das Mandat im Vordergrund stehen.

Mitglieder der Regierungsfraktionen waren im Vergleich bei namentlichen Abstimmungen häufiger anwesend. Für das Kabinett selbst ist das nicht immer einfach, da Auswärtstermine die physische Anwesenheit erschweren. Kanzler Merz verpasste mehr als jede dritte Abstimmung. Philipp Amthor, Staatssekretär im Digitalministerium, und Arbeitsministerin Bärbel Bas hingegen glänzten mit einer Anwesenheit von 100 Prozent.

fmg