Schweres Gerät in Estland und Litauen: In den baltischen Nato-Staaten ist am Dienstag die „Spring Storm 26“-Übung zu Ende gegangen. In der Spitze haben rund 12.000 Soldatinnen und Soldaten aus Estland und den alliierten Nationen einen Monat lang die Verteidigung an der Ostflanke der Nato trainiert.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Im Zentrum der Übungen standen die Stärkung der Zusammenarbeit der Nato-Mitglieder mit den estnischen Streitkräften und das schnelle Verlegen von Nato-Truppen nach Estland, heißt es in einer Mitteilung aus dem Verteidigungsministerium Estlands. Übungsleiter Colonel Aron Kalmus sagte: „Wir können zufrieden sein mit unserer Übung, aber es geht vorrangig darum, die Felder zu entdecken, auf denen wir uns verbessern können.“
In diesem Jahr seien Lektionen aus dem Ukraine-Krieg angewandt worden, die die Überlebensfähigkeit auf dem Schlachtfeld und den Einsatz von Drohnen-Gegenmaßnahmen beträfen. Dabei sei auch die Rüstungsindustrie direkt eingebunden gewesen, und habe Feedback zu ihren Verteidigungsprodukten erhalten.
An der Übung nahmen auch rund 1500 britische Soldaten der 4. Brigade teil, darunter die Kampfpanzer vom Typ Challenger 2. Die rund 70 Tonnen schweren Panzer seien mit Schwerlasttransportern nach Estland verlegt worden und seien Medienberichten zufolge damit beauftragt gewesen, rund 25 Kilometer von der Grenze zu Russland entfernt, die Abwehr eines feindlichen Einfalls zu üben. Bilder zeigten die Panzer, wie sie von ihren Lkw rollten und unter dem Einsatz von Nebelkanistern ins Manöver zogen.
Ready on the eastern flank 🛡️
— Defence Operations 🇬🇧 (@DefenceOps) 2. Juni 2026
2 SCOTS joined @NATO allies on Ex SPRING STORM, testing how allied forces defend together in realistic battlefield conditions.
Train hard. Stand ready. 💥
We are #StrongerTogether pic.twitter.com/AwGPnWbpHk
Nato-Truppen im Einsatz an der Ostflanke
Das britische Verteidigungministerium sprach davon, dass die Übung die Fähigkeit der Nato gezeigt habe, die Einheiten der Forward Land Force zum Einsatz zu bringen. Insgesamt acht multinationale Kampfgruppen gehören zu diesen Nato-Verbänden, die entlang der Ostflanke von Estland bis Rumänien stationiert sind. Die Bundeswehr führt eine dieser Kampfgruppen in Litauen.

Die Verbände der Forward Land Force sind nach Darstellung der Nato eine Weiterentwicklung der bisherigen Truppenverbände – eine direkte Antwort auf die russische Aggression in der Ukraine. Sie gelten als erste Verteidigungslinie im Ernstfall und sollen möglichen russischen Angriffen auf das Bündnisgebiet begegnen, beziehungsweise den Kreml davon abschrecken, seine Truppen in Richtung Westen zu schicken.
Für die Übung des Verteidigungsfalls kommt es laut Generalmajor Indrek Sirel nicht nur auf die Armeen der beteiligten Nato-Staaten an. Er stellte die Unterstützung aus der Zivilbevölkerung heraus: „Die Unterstützung von Bewohnern, Landbesitzern, Geschäften und der Familien [...] ist für solche Übungen essenziell“, sagte Sirel. „Soldaten gewinnen Schlachten, aber Kriege werden von Völkern gewonnen.“





