Sie retten Leben – aber wohl mit schwindenden Ressourcen. Die ADAC-Luftrettung flog im vergangenen Jahr rund 49.000 Einsätze. Doch ob zukünftig noch so viele Hubschrauber abheben können, wird sich zeigen. Denn die Gesundheitsreform soll die Finanzierung der lebensrettenden Maßnahmen in Gefahr bringen.
Notfallversorgung: ADAC warnt vor Triage durch Reform der Luftrettung
Das argumentiert jetzt zumindest der Chef der Luftrettung des ADAC. Wenn die von Gesundheitsministerin Nina Warken angestoßene Reform so kommt, dann „werden wir nicht mehr jeden retten können“, sagte Frédéric Bruder nun der „Bild“-Zeitung. Im schlimmsten Fall könne es bei Notfällen zu einer sogenannten Triage kommen: Es müsse also von Fall zu Fall entschieden werden, ob Patienten per Hubschrauber oder doch per Krankenwagen notversorgt werden müssen. Bruder stellt sich zudem die Frage: „Wer wird uns sagen, wen wir retten und wen nicht?“
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Zum Hintergrund: Im Gesetzentwurf zu den Sparplänen für die Gesetzlichen Krankenkassen ist vorgesehen, dass die Vergütung im Gesundheitswesen nur noch bis zu einem gewissen Wert steigen darf. Dieser Wert orientiert sich an der Entwicklung der beitragspflichtigen Einkommen. Allerdings könnten die realen Kosten diese Grenze übertreffen.
Denn auch die Hubschrauber des ADAC brauchen Treibstoff, regelmäßige Wartungen oder Ersatzteile. Hinzu kommen noch die Personalkosten. Dem „Bild“-Bericht zufolge könnte sich zwischen 2027 und 2031 eine mögliche Finanzlücke von 221 Millionen Euro auftun. Das würde den Erhalt aller Luftrettungsstandorte stark erschweren und damit die medizinische Notversorgung in Deutschland massiv verschlechtern.
Luftrettung gefährdet: Rettungsdienste befürchten gravierende Versorgungslücke
Der ADAC hatte sich aufgrund dieser Entwicklung bereits mit der DRF Luftrettung und den Johannitern zusammengetan. Im April hatten die gemeinnützigen Rettungsdienstorganisationen in einer gemeinsamen Mitteilung von „schwerwiegenden Folgen für die notfallmedizinische Versorgung von Millionen von Menschen“ geschrieben. Die möglichen Einsparungen stünden in keinem Verhältnis zu dem immensen Schaden in der Versorgung.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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„Pilotinnen und Piloten sowie medizinisches Personal wie Notfallsanitäterinnen, Notfallsanitäter, Notärztinnen und Notärzte erfüllen höchstqualitative Anforderungen und müssen über jahrelange Erfahrung verfügen“, heißt es zudem. Wettbewerbsfähige Vergütungen seien unabdingbar, um die personelle Sicherstellung der Luftrettung zu gewährleisten. Eine Deckelung an unbestimmte Grundlohnraten untergrabe die Finanzierung und gefährde die wirtschaftliche Planungssicherheit.






