In Hitzewellen sind ersten Toten, von denen die Öffentlichkeit erfährt, häufig die, die bei Badeunfällen gestorben sind. Das achtjährige Kind etwa, das in einem Badesee bei Hannover ertrank, oder der 23-Jährige, der das Bad im Starnberger See nicht überlebte. Sie sind nicht die Einzigen, die die Extremtemperaturen der vergangenen Tage das Leben gekostet haben dürfen. Wer allein in seiner Dachgeschosswohnung an Kreislaufversagen stirbt, taucht nicht auf in den ersten Meldungen. Wie viele Menschen wirklich Opfer dieser Hitzewelle geworden sind, wird erst in den nächsten Tagen und Wochen öffentlich werden.

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Wie tödlich Hitze in Europa sein kann, ist spätestens seit 2003 bekannt

Wie tödlich Hitze auch in Europa sein kann, ist spätestens seit 2003 bekannt. Damals starben einer Studie zufolge rund 7000 Menschen in Deutschland. Auch dass Hitze infolge des Klimawandels häufiger und extremer werden würde, wusste man schon da. Viele Sommer haben das seitdem unterstrichen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Und trotzdem ist Deutschland nach wie vor dramatisch schlecht vorbereitet auf entsprechende Temperaturen. Ob und wie Menschen geschützt werden, ob es Hitzeaktionspläne gibt, kühle Orte und Klimaanlagen in sozialen Einrichtungen, hängt davon ab, wo sie wohnen. Denn Hitzeschutz ist Sache der Kommunen – und die haben oft schlicht kein Geld für Klimaanpassung.

Theresa Martus / Funke Zentralredaktion
Theresa Martus, Korrespondentin Bundespolitik.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Im Koalitionsvertrag haben sich Union und SPD vorgenommen, eine Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern zu Klimaanpassung zu prüfen. Die Hitze der letzten Tage aber muss ein Signal sein: Die Zeit zu prüfen ist vorbei, jetzt muss endlich etwas getan werden. Der Bund darf die Kommunen und die Menschen nicht allein lassen.