Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte sich schon früh darauf eingeschossen: Deutsche seien zu oft krank, Fehlzeiten im Job auch im europäischen Vergleich zu hoch. Und insgesamt müsse wieder mehr gearbeitet werden, wolle man volkswirtschaftlich wieder auf die Beine kommen.

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Jetzt liefert der Kanzler mit seiner schwarz-roten Koalition ein ganzes Bündel an Reformen. Darin enthalten ist auch eine gewichtige Änderung bei der Praxis, was Krankschreibungen in Deutschland angeht. Bislang ist ein Attest vom Arzt erst ab dem vierten Tag nötig, bald soll die Pflicht, eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen zu müssen, schon ab dem ersten Tag greifen. Die Annahme dabei: Wer wirklich krank ist, dürfte auch nichts dagegen haben, einen Arzt aufzusuchen.

Krankschreibung ab Tag eins: Richtig, wenn man es gut hinbekommt

Grundsätzlich ist es richtig, die Hürden für das Krankschreiben zu erhöhen. Wer das viel beschworene „Krankfeiern“ unterbinden will, kann gar nicht anders. Tatsächlich wäre dann auch Belegschaften geholfen. Fehlt jemand ständig krank, steigt die Belastung für die anderen, hart arbeitenden Kollegen.

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Jedoch kommt es auf die Ausgestaltung der Regelung an. Denn die Risiken liegen auf der Hand. Wenn Millionen Beschäftigte künftig schon am ersten Krankheitstag in die Praxis müssen, drohen überfüllte Wartezimmer und noch weniger Zeit für medizinisch wirklich schwerwiegende Fälle. Hinzu kommt: Eigentlich will man Mediziner und das Gesundheitswesen entlasten. Kommt es jetzt anders, wäre das zumindest ein bemerkenswerter Widerspruch zu den Plänen von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU), die Arztbesuche reduzieren will.