Im ersten Interview, das Karin Prien als Familienministerin gab, sprach sie über das Elterngeld. „Wir wollen, dass es attraktiv ist, in Deutschland Kinder zu bekommen“, sagte sie damals. Deshalb müssten die Unter- und Obergrenzen steigen. Gut ein Jahr später sieht es aus, als könnte das bald kommen. Die Mindest- und Höchstbeträge, seit 2007 nicht angepasst, sollen steigen, ein bisschen jedenfalls. Und trotzdem ist die geplante Elterngeldreform unterm Strich kein Erfolg für die Ministerin – oder für Familien.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Denn ausgleichen, was die Inflation aufgefressen hat, kann die Erhöhung nicht. Und auch die größere Zahl von „Vätermonaten“, die zu mehr Partnerschaftlichkeit im Babyjahr führen kann, hat den unangenehmen Beigeschmack, dass der Staat wohl hofft, dass genau dieser Effekt nicht eintritt. Denn wenn Paare diese Monate nicht in Anspruch nehmen, muss der Staat sie auch nicht zahlen.

Doch am Ende ist es vor allem die sinkende Zahl der maximalen Elterngeldmonate, die zeigt: Diese Reform ist in erster Linie ein Sparprogramm. Zwei Monate weniger Bezugsdauer bedeuten zwei Monate weniger Geld. Weil mit zwölf Monaten aber nicht alle Kinder schon in die Kita gehen können, schon allein, weil es die entsprechenden Plätze in vielen Regionen nicht gibt, bedeutet das: Ein Elternteil bleibt ohne Einkommen länger zu Hause. Es werden vor allem die Mütter sein, mit allen bekannten Folgen.
Wenn also der Kanzler oder der Vizekanzler das nächste Mal darüber reden, wie wichtig Familien für dieses Land seien, sollte man ihre Worte mit dem Handeln der Regierung abgleichen – mit dieser Elterngeldreform.




